VORWEG GEHEN HEISST HERAUSFORDERUNGEN ANNEHMEN . Unsere Verantwortung . Bericht 2010 Kennzahlen 2010 auf einen Blick . Bereich Ökonomie Umwelt Gesellschaft 1 Länder , die im Korruptionswahrnehmungsindex der Organisation Transparency International auf einer Skala von null bis zehn mit kleiner sechs eingestuft werden , wobei zehn für das geringste Korruptionsrisiko steht 2 Wasserentnahme der Kraftwerke abzügl. Wasserrückführung in Flüsse und andere Oberflächengewässer ; ohne Kraftwerke mit Meerwasserkühlung 3 Scope 1 : direkte CO2-Emissionen aus eigenen Quellen ( Stromerzeugung , Öl- und Gasförderung , Gastransport ) 4 Scope 2 : indirekte CO2-Emissionen aus der Erzeugung konzernextern bezogenen Stroms , der bei der Durchleitung durchs RWE-Netz verbraucht wird ( Netzverluste ) 5 Scope 3 : indirekte CO2-Emissionen , die nicht unter Scope 1 und Scope 2 fallen : Sie stammen aus der Erzeugung konzernextern bezogenen Stroms ( inkl. Netzverluste im Stromnetz Dritter ) , der Förderung und dem Transport der von uns eingesetzten Brennstoffe und dem Verbrauch von Gas , das wir an Kunden verkauft haben . 6 Stromerzeugung aus Wind ( 3,1 TWh ) , Wasser ( 3,5 TWh ) und Biomasse ( 2,3 TWh ) 7 Umgerechnet in Vollzeitstellen 8 Ohne Essent 9 Lost Time Incident Frequency ( Anzahl der Unfälle mit mind. einem Ausfalltag je 1 Mio. geleistete Arbeitsstunden ) ; ohne Fremdfirmenmitarbeiter 10 Inkl . Fremdfirmenmitarbeiter Leistungsindikator Außenabsatz Strom Außenabsatz Gas Kunden Strom Kunden Gas Außenumsatz Umsatzanteil des RWE-Konzerns in Ländern mit hohem oder sehr hohem Korruptionsrisiko1 Nettoergebnis Wertbeitrag Investitionen Kraftwerkskapazitäten NOX-Emissionen SO2-Emissionen Staubemissionen Primärenergieverbrauch Wasserverbrauch2 Spezifische CO2-Emissionen CO2-Emissionen Scope 13 CO2-Emissionen Scope 24 CO2-Emissionen Scope 35 Anteil der erneuerbaren Energien an der Eigenerzeugung Mitarbeiter7 Anteil Frauen im Unternehmen Anteil Frauen an den Führungskräften Fluktuationsquote Gesundheitsquote Arbeits- und Dienstwegeunfälle Tödliche Arbeitsunfälle10 Mrd. kWh Mrd. kWh Mio. Mio. Mio. € % Mio. € Mio. € Mio. € MW g/ kWh g/ kWh g/ kWh Mrd. kWh m3/ MWh t/ MWh Mio. t Mio. t Mio. t % % % % % LTIF 9 2010 311,2 395,4 16,2 7,9 53.320 12,0 3.308 2.876 6.643 52.214 0,58 0,29 0,019 403,0 1,41 0,732 167,1 3,1 135,7 4,06 70.856 26,2 10,8 8,3 95,6 3,5 2 2009 282,8 332,0 16,5 8,0 47.741 12,7 3.571 3.177 15.637 49.582 0,67 0,34 0,024 368,2 1,70 0,796 151,3 3,5 128,1 3,5 70.726 26,1 9,08 8,7 95,4 4,3 5 2008 317,1 327,8 14,4 6,2 48.950 12,9 2.558 3.453 5.693 45.196 0,67 0,39 0,028 396,0 1,49 0,768 174,5 3,8 127,0 2,4 65.908 25,6 8,9 8,8 95,4 5,3 12 2007 306,4 335,0 14,6 6,3 42.507 11,8 2.667 2.970 4.227 44.533 0,76 0,57 0,034 411,7 1,69 0,866 189,7 3,6 127,8 2,4 63.439 25,2 8,9 9,1 95,6 6,1 9 Inhalt Wesentliche Ereignisse 2010 04 Vorwort 06 1.0 Unternehmen 08 1.1 Konzernportrait 08 1.2 Herausforderungen entlang unserer Wertschöpfungskette 10 2.0 Nachhaltige Unternehmensführung 12 2.1 CR-Strategie 12 2.2 CR-Programm 18 3.0 CR-Handlungsfelder 20 3.1 Klimaschutz 20 3.2 Energieeffizienz 28 3.3 Innovationen 32 3.4 Versorgungssicherheit 36 3.5 Lieferkette 40 3.6 Preisgestaltung und Markt 44 3.7 Demografischer Wandel 46 3.8 Arbeitssicherheit und Gesundheitsmanagement 50 3.9 Umweltschutz 52 3.10 Gesellschaftliche Verantwortung 56 Zum Bericht 60 Bescheinigung über eine unabhängige betriebswirtschaftliche Prüfung 61 Index nach GRI 64 Fortschrittsmitteilung zum UN Global Compact 2010 66 Ansprechpartner und Impressum 67 Der vorliegende Bericht ist auch als Online- Bericht mit vertiefenden Informationen unter www . rwe . com/ verantwortung verfügbar . Der Online-Bericht bietet Ihnen alle Kennzahlen dieses Berichts in einem interaktiven Datentool sowie zum Download als Excel-Datei . „ RWE – wir arbeiten an der Energieversorgung der Zukunft , und die fängt auch in den Köpfen unserer Auszubildenden an . “ 4 Wesentliche Ereignisse 2010 4 Wesentliche Ereignisse 2010 JANUAR Bauentscheidung für ersten deutschen RWE-Offshore- Windpark Die RWE AG trifft die Investitionsentscheidung zum Bau ihres ersten deutschen Offshore-Windparks Nordsee Ost nordwestlich von Helgoland . Mit einer Kapazität von 295 MW soll dieser 2013 ans Netz gehen . Im Rahmen einer Ausschreibung erteilt die britische Regierung RWE Innogy die Genehmigung zur Entwicklung der Offshore-Windprojekte Atlantic Array und Dogger Bank . MÄRZ RWE Innogy startet Bauarbeiten für Pelletwerk in Georgia Im US-Bundesstaat Georgia errichtet RWE Innogy eine Großanlage zur Pelletierung von Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft mit einer jährlichen Produktionskapazität von 750.000 Tonnen . Mit diesem Schritt baut RWE seine Basis zur Verfeuerung von Biomasse in einem stetig wachsenden Markt aus . APRIL RWE richtet Vorstandsvergütung auf Nachhaltigkeit aus Die Hauptversammlung der RWE AG beschließt 25 % der variablen Vorstandsvergütung an die mittelfristige Zielerreichung in den Bereichen Nachhaltigkeit , Mitarbeiterzufriedenheit und Wertbeitrag zu koppeln . Hochmodernes Gaskraftwerk in Lingen startet Stromproduktion Das Gas- und Dampfturbinenkraftwerk mit einer Leistung von 876 MW erreicht einen Wirkungsgrad von knapp 60 % . Die Investitionssumme betrug rund 500 Mio. € . JUNI Joint Venture für Windpark Gemeinsam mit den Stadtwerken München und Siemens errichtet RWE Innogy bis 2014 vor der Küste von Nordwales den Offshore-Windpark Gwynt y Môr mit einer Leistung von 576 MW . JULI Größte Einzelinvestition in der Geschichte der RWE Dea RWE Dea will in den kommenden zwei Jahrzehnten 3,6 Mrd. US $ in die Entwicklung von Gasfeldern in den ägyptischen Konzessionen North Alexandria und West Mediterranean Deep Water einsetzen . RWE schließt mit Partnerunternehmen und den zuständigen ägyptischen Behörden entsprechende Verträge . Die Förderung soll bis Ende 2014 aufgenommen werden . Das geförderte Gas wird für den heimischen Markt bestimmt sein und die ägyptische Energieversorgung sichern . AUGUST Biomasse-Heizkraftwerk und Pelletwerk fertiggestellt Im sauerländischen Wittgenstein nehmen RWE Innogy und German Pellets ein Biomasse-Heizkraftwerk ( BMHKW ) und ein benachbartes Pelletwerk mit einer Produktionskapazität von jährlich rund 120.000 Tonnen in Betrieb . Das BMHKW liefert die zur Pelletproduktion benötigte Wärme . Unsere Verantwortung . Bericht 2010 Wesentliche Ereignisse 2010 5 Unsere Verantwortung . Bericht 2010 Wesentliche Ereignisse 2010 5 SEPTEMBER Längere Laufzeiten für deutsche Kernkraftwerke und Kernbrennstoffsteuer Der Deutsche Bundestag beschließt eine Laufzeitverlängerung für die deutschen Kernkraftwerke um durchschnittlich zwölf Jahre . Zusätzlich wird eine neue Steuer für Brennelemente beschlossen . Die Kraftwerksbetreiber verpflichten sich zu Zahlungen in einen Fonds für erneuerbare Energien . RWE wieder im DJSI Zum zwölften Mal in Folge hat sich RWE für den Dow Jones Sustainability Index ( DJSI ) qualifiziert und wurde im Index „ DJSI World “ sowie im europäischen Index „ DJSI Stoxx “ aufgenommen . Auszeichnung für Companius Beim Wettbewerb „ 365 Orte im Land der Ideen “ erhält RWE für seine Initiative zur Förderung des gesellschaftlichen Engagements der Mitarbeiter „ RWE Companius “ die Auszeichnung „ Ausgewählter Ort 2010 “ . OKTOBER Baubeginn der tschechischen Hochdruck-Gaspipeline Gazelle Unser unabhängiger tschechischer Gasfernleitungsnetzbetreiber NET4GAS beginnt mit dem Bau des ersten Projektabschnitts . Die 169 km lange Pipeline soll die Versorgungssicherheit und den Wettbewerb im tschechi schen Gasmarkt fördern . NOVEMBER Erstes Green-GECCO-Projekt Das von RWE Innogy und 26 Stadtwerken gegründete Gemeinschaftsunternehmen Green GECCO übernimmt den schottischen 20-MW-Windpark An Suidhe als erstes Projekt . Standortentscheidung für Druckluftspeicher gefallen RWE Power wählt Staßfurt als möglichen Standort für den Bau einer Demonstrationsanlage des „ Adiabaten Druckluftspeichers für die Elektrizitätsversorgung “ ( kurz : „ Adele “ ) . NOVEMBER Britisches Gaskraftwerk in Betrieb genommen Das Gas- und Dampfturbinenkraftwerk Staythorpe ist erstmals mit allen vier Blöcken am Netz . Die 1.650-MW-Anlage versorgt knapp 2 Mio. Haushalte mit Strom . Das Investitionsvolumen beträgt 800 Mio. € . DEZEMBER Vertrag zur Veräußerung von Thyssengas unterzeichnet Käufer des Unternehmens , in dem das deutsche Gasfernleitungsnetz von RWE zusammengefasst ist , sind von Macquarie verwaltete Infrastrukturfonds . Thyssengas transportiert jährlich fast 10 Mrd. m³ Erdgas durch Leitungen mit einer Gesamtlänge von 4.100 km . RWE hatte sich gegenüber der EU-Kommission zum Verkauf der Gesellschaft verpflichtet . 6 Vorwort 6 Vorwort t Sehr geehrte Leserinnen und Leser , das schwere Erdbeben und der darauf folgende Tsunami haben großes Leid über Japan gebracht und einen schweren nuklearen Unfall im Kernkraftwerk Fukushima verursacht . Ereignisse , mit denen niemand gerechnet hatte , sind eingetreten . Dies hat weltweit einen Diskussionsprozess ausgelöst . Besonders intensiv wird die Debatte in Deutschland geführt . Wie sicher sind unsere Kernkraftwerke ? Kann es auch hierzulande zu einem schweren Reaktorunfall kommen ? Viele Menschen sind verunsichert . Weite Teile der deutschen Gesellschaft fordern daher einen schnellen Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie und einen nochmals verstärkten Ausbau der erneuerbaren Energien . Was bedeutet das für RWE ? RWE betreibt derzeit in Deutschland Kernkraftwerke an drei Standorten und ist in Großbritannien an der Entwicklung von Kernkraftwerksprojekten beteiligt . Für uns hat der sichere Betrieb unserer kerntechnischen Anlagen höchste Priorität – immer und überall . Er unterliegt zudem einem engmaschigen Regel- und Kontrollsystem . Im Zentrum stehen ein hoher Sicherheitsstandard und eine ausgeprägte Sicherheitskultur . Nach sorgfältiger Analyse der Ereignisse in Japan werden wir überprüfen , ob wir unsere ohnehin sehr hohen Sicherheitsreserven noch weiter erhöhen können . Sicherheitstechnisch halten wir das sofortige Abschalten unserer Kernkraftwerke nicht für erforderlich . Welchen Anteil die Kernenergie künftig in unserem Erzeugungsportfolio haben wird , hängt von sicherheitstechnischen Anforderungen sowie vom Ausgang der gesellschaftspolitischen Diskussion um die Zukunft der Kernenergie ab . Eines ist klar : Die Aufgabe , unseren Erzeugungsmix langfristig umzustellen , um unsere Klimaschutzziele zu erreichen , wird dadurch nicht leichter . Der Start ins Zeitalter der regenerativen Energien geht nicht von heute auf morgen . Man kann in einem Industrieland nicht einfach auf Kernenergie und auch nicht auf Kohle verzichten . Denn Strom muss nicht nur klimafreundlich produziert werden , sondern auch zuverlässig und preisgünstig zur Verfügung stehen . Wir brauchen daher die Kernenergie als nahezu CO2-freie Brückentechnologie während des Umbaus der Stromversorgung hin zu den erneuerbaren Energien . Die Gestaltung der zukünftigen Energieversorgung ist eine große Herausforderung , die wir annehmen : Bis 2050 soll die Stromversorgung in Europa CO2neutral sein . Der Weg dahin ist allerdings noch lang . In der Welt von 2020 etwa werden wir nach wie vor auf neue und moderne konventionelle Kraftwerke angewiesen sein . Deshalb haben wir im Jahr 2010 in Lingen und Staythorpe zwei neue Gaskraftwerke ans Netz gebracht . Unsere neuen Kohlekraftwerke in Neurath , Hamm und Eemshaven werden bald folgen . Sie alle emittieren im Vergleich zu alten Anlagen deutlich weniger CO2 . Parallel bauen wir unsere Erzeugung aus erneuerbaren Energien massiv aus : Seit 2008 haben wir Milliarden in Projekte zur regenerativen Stromerzeugung investiert . Das soll auch in den kommenden Jahren so bleiben . Ob neues Kohlekraftwerk oder Windrad , ob Biomasseanlage oder Netzerweiterung – die Menschen wollen wissen , wie sich unsere Anlagen auf ihre eigene Lebenssituation auswirken . Und sie wollen mitgestalten , was in ihrem Umfeld passiert . Wir führen deshalb Gespräche an den Standorten und arbeiten gemeinsam an Lösungen . Ob in Biblis , im rheinischen Braunkohlenrevier , im niederländischen Eemshaven oder auch im britischen Pembroke : der Dialog mit der Gesellschaft über unser Geschäft vor Ort , aber auch mit Nichtregierungsorganisationen – er ist immer mehr zu einer zentralen Aufgabe für unser Unternehmen geworden . Vor dem Hintergrund der Ereignisse in Japan hat er zusätzlich an Bedeutung gewonnen . Verantwortungsvolles Handeln erwarten unsere Stakeholder von uns dabei auch jenseits der Unternehmensgrenzen . Wir müssen und wir wollen deshalb unseren Einfluss auch bei Lieferanten und Dienstleistern geltend machen , damit Menschenrechte beachtet werden und die Umwelt geschont wird . Denn : Steinkohle , Uran und Biomasse beziehen wir in nennenswerten Mengen aus Regionen , in denen Umweltschutz und Arbeitnehmerrechte keinen vergleichbar hohen Stellenwert haben . Hier gilt es , heute und auch in Zukunft genau hinzuschauen . Wir haben uns Essen , 31. März 2011 Dr. Jürgen Großmann Vorsitzender des Vorstands daher bereits Anfang 2004 dem UN Global Compact verpflichtet . Seine Prinzipien zu Sozial- und Umweltstandards dienen uns dafür als ein wichtiger Kompass . Wer Verantwortung gegenüber seinem Umfeld übernimmt , der muss auch innerhalb des eigenen Unternehmens seinen Prinzipien folgen : Im vergangenen September ist die RWE-konzernweite Sozialcharta in Kraft getreten . In ihr steht niedergeschrieben , was bei RWE langjährig gelebte Praxis ist : angemessene Entlohnung , Gesundheitsschutz und Mitbestimmung für all unsere Beschäftigten . Die Stärkung der Arbeitnehmerrechte geschieht dabei zugleich aus eigenem Interesse . Denn die Mitarbeiterbindung wird angesichts des demografischen Wandels in allen unseren europäischen Märkten immer wichtiger . Sie garantiert , dass unser Unternehmen auch dann weiter erfolgreich ist , wenn der Nachwuchs knapp wird . Der demografische Wandel ist eines von zehn Handlungsfeldern , in denen wir nachhaltige Lösungen anstreben . Für jedes dieser Felder haben wir uns ein verbindliches und messbares Ziel gesetzt – mehr dazu in diesem Bericht . Ein Teil des variablen Anteils der Vorstandsvergütung hängt davon ab , wie nachhaltig sich RWE bei Themen wie Klimaschutz , Innovation , Arbeitssicherheit oder eben auch demografischer Wandel entwickelt . Diese Themen sind auch ein Ergebnis des Austauschs mit unseren Stakeholdern . Und diesen Dialog möchten wir fortführen . Auch mit Ihnen . Nehmen Sie Kontakt zu uns auf : verantwortung@rwe . com . Alwin Fitting Im Vorstand für Personal und Corporate Responsibility verantwortlich 8 Unternehmen 8 Unternehmen Konzernportrait RWE zählt zu den fünf führenden Strom- und Gasversorgern in Europa . Unsere Aktivitäten umfassen Erzeugung , Handel , Transport und Vertrieb von Strom und Gas sowie die Förderung von Braunkohle , Erdöl und Erdgas . Über 70.000 Mitarbeiter versorgen rund 16 Mio. Kunden mit Strom und nahezu 8 Mio. Kunden mit Gas . Im Geschäftsjahr 2010 erwirtschafteten wir einen Umsatz von über 53 Mrd. € . Als integrierter Energieversorger sehen wir es als unsere Aufgabe an , eine sichere , preisgünstige , effiziente , verbraucherfreundliche und zugleich umweltverträgliche Versorgung mit Strom , Gas und Wärme zu gewährleisten . Die Senkung des Kohlendioxid-Ausstoßes ist ein Eckpfeiler unserer Strategie und prägt die Zukunft unseres Unternehmens . Zum Ende des Geschäftsjahres 2010 verfügte der RWE-Konzern über eine Kraftwerkskapazität von rund 52.200 MW . Mit 50 % stellt Kohle den größten Anteil an der Gesamtleistung , gefolgt von Gas mit 22 % , Kernenergie mit 12 % und den erneuerbaren Energien mit 6 % . Wir investieren jedes Jahr Milliardenbeträge , um unser Erzeugungsportfolio effizienter und klimafreundlicher auszurichten . Bis 2014 sollen alle unsere neuen Gasund Kohlenkraftwerke mit einer Gesamtkapazität von über 12.400 MW ans Netz gegangen sein . Auf Basis erneuerbarer Energien wollen wir bis dahin 4.500 MW in Bau oder Betrieb haben . Im Jahr 2025 soll 75 % unserer Stromerzeugungskapazität CO2-frei oder CO2-arm sein und größtenteils auf erneuerbaren Energien und Gaskraftwerken basieren . Unser Geschäftsmodell ist langfristig ausgerichtet . Wenn wir in Kraftwerke , erneuerbare Energien , Netze und Förderanlagen investieren , dann planen wir nicht für Jahre , sondern für Jahrzehnte . Damit so langfristige Projekte erfolgreich sind , brauchen wir die Akzeptanz unseres Handelns in der Gesellschaft . Dies ist das Ziel unserer Strategie zur unternehmerischen Verantwortung ( Corporate Responsibility , CR ) . Sie greift die Herausforderungen unseres Kerngeschäfts auf . Dabei ist es unser Ansatz , die regional spezifischen Kundenanforderungen und Rahmenbedingungen in den 17 Ländern , in denen wir tätig sind , eingehend zu berücksichtigen . Unsere Regionen Der RWE-Konzern entwickelt sich kontinuierlich weiter und erschließt sowohl neue Märkte als auch Geschäftsfelder . Unser größter Markt ist Deutschland . Hier erwirtschaften wir 54 % unseres Umsatzes und beschäftigen 58 % unserer Mitarbeiter . Deutsches Recht bestimmt wesentliche Funktionen des RWE- Konzerns , insbesondere die Ausgestaltung der Corporate Governance sowie die ausgeprägte Mitbestimmung der Mitarbeiter . Weitere Schwerpunkte unserer Tätigkeiten sind Großbritannien , wo wir 16 % unseres Umsatzes erwirtschaften , die Niederlande mit einem Umsatzanteil von 12 % sowie Polen , Tschechien und Ungarn mit einem Umsatzanteil von insgesamt 11 % . Einen großen Schritt auf dem Weg zur Internationalisierung von RWE haben wir 2009 mit der Übernahme des niederländischen Energieversorgers Essent getan . Er steuerte 2010 mit 3.900 Mitarbeitern 6,5 Mrd. € zum Konzernumsatz bei . Insgesamt fokussieren wir unser Wachstum zum Großteil auf Europa , wo etwa 99 % unserer Mitarbeiter beschäftigt sind . Eine lange Tradition hat jedoch unser Engagement in Ägypten , wo wir seit 1974 in der Exploration und Förderung von Erdöl und Erdgas tätig sind . Unsere Explorationstätigkeiten dehnen wir auf weitere Länder Nordafrikas und seit 2010 auch auf Zentralasien aus . In Aserbaidschan und Turkmenistan haben wir bereits erste Büros eröffnet . In der Türkei mit ihrem dynamisch wachsenden Strommarkt haben wir eine eigene Landesgesellschaft gegründet und im Jahr 2010 mit dem Bau eines Gaskraftwerks mit einer Kapazität von 775 MW begonnen . Unsere Verantwortung . Bericht 2010 Unternehmen 9 Die Länder , in denen wir tätig sind Luxemburg Mitarbeiter Außenumsatz Mio. € Investitionen Mio. € 60 1.340 68 Deutschland Mitarbeiter Außenumsatz Mio. € Investitionen Mio. € 41.039 27.283 3.132 Norwegen Mitarbeiter Außenumsatz Mio. € Investitionen Mio. € 63 353 178 Polen Mitarbeiter Außenumsatz Mio. € Investitionen Mio. € 1.427 680 95 Belgien Mitarbeiter Außenumsatz Mio. € Investitionen Mio. € 161 227 33 Großbritannien Mitarbeiter Außenumsatz Mio. € Investitionen Mio. € 13.400 8.332 1.229 Frankreich Mitarbeiter Außenumsatz Mio. € Investitionen Mio. € 16 418 13 Slowakei Mitarbeiter Außenumsatz Mio. € Investitionen Mio. € 218 386 0 Tschechien Mitarbeiter Außenumsatz Mio. € Investitionen Mio. € 3.788 2.613 222 Ungarn Mitarbeiter Außenumsatz Mio. € Investitionen Mio. € 5.158 2.043 146 Italien Mitarbeiter Außenumsatz Mio. € Investitionen Mio. € 11 28 70 Ägypten Mitarbeiter Außenumsatz Mio. € Investitionen Mio. € 143 226 162 Libyen Mitarbeiter Außenumsatz Mio. € Investitionen Mio. € 85 – 11 Gesamt Mitarbeiter Außenumsatz Mio. € Investitionen Mio. € 70.856 53.320 6.643 Schweiz Mitarbeiter Außenumsatz Mio. € Investitionen Mio. € 260 201 8 Spanien Mitarbeiter Außenumsatz Mio. € Investitionen Mio. € 73 104 8 Niederlande Mitarbeiter Außenumsatz Mio. € Investitionen Mio. € 3.788 6.274 1.143 Türkei Mitarbeiter Außenumsatz Mio. € Investitionen Mio. € 26 1 55 Unsere Verantwortung . Bericht 2010 Unternehmen 9 Die Länder , in denen wir tätig sind Luxemburg Mitarbeiter Außenumsatz Mio. € Investitionen Mio. € 60 1.340 68 Deutschland Mitarbeiter Außenumsatz Mio. € Investitionen Mio. € 41.039 27.283 3.132 Norwegen Mitarbeiter Außenumsatz Mio. € Investitionen Mio. € 63 353 178 Polen Mitarbeiter Außenumsatz Mio. € Investitionen Mio. € 1.427 680 95 Belgien Mitarbeiter Außenumsatz Mio. € Investitionen Mio. € 161 227 33 Großbritannien Mitarbeiter Außenumsatz Mio. € Investitionen Mio. € 13.400 8.332 1.229 Frankreich Mitarbeiter Außenumsatz Mio. € Investitionen Mio. € 16 418 13 Slowakei Mitarbeiter Außenumsatz Mio. € Investitionen Mio. € 218 386 0 Tschechien Mitarbeiter Außenumsatz Mio. € Investitionen Mio. € 3.788 2.613 222 Ungarn Mitarbeiter Außenumsatz Mio. € Investitionen Mio. € 5.158 2.043 146 Italien Mitarbeiter Außenumsatz Mio. € Investitionen Mio. € 11 28 70 Ägypten Mitarbeiter Außenumsatz Mio. € Investitionen Mio. € 143 226 162 Libyen Mitarbeiter Außenumsatz Mio. € Investitionen Mio. € 85 – 11 Gesamt Mitarbeiter Außenumsatz Mio. € Investitionen Mio. € 70.856 53.320 6.643 Schweiz Mitarbeiter Außenumsatz Mio. € Investitionen Mio. € 260 201 8 Spanien Mitarbeiter Außenumsatz Mio. € Investitionen Mio. € 73 104 8 Niederlande Mitarbeiter Außenumsatz Mio. € Investitionen Mio. € 3.788 6.274 1.143 Türkei Mitarbeiter Außenumsatz Mio. € Investitionen Mio. € 26 1 55 Umsatzzahlen ohne Erdgas- und Stromsteuer , Angaben zu Investitionen : Sach- und Finanzinvestitionen 10 Unternehmen 10 Unternehmen Herausforderungen entlang unserer Wertschöpfungskette Sozialverträgliche Umsiedlung , nachhaltige Wiedernutzbarmachung der Abbaugebiete , Umweltschutz , Sozialstandards in Förderländern für Erdöl und Erdgas Rasche und nachhaltige Reduktion der CO2-Emissionen , Steigerung der Effizienz der Stromerzeugung , Flexibilisierung des Kraftwerksparks Förderung weiterer Liquidität und Transparenz an den Energiegroßhandelsmärkten , Beachtung von Menschenrechten und Umweltaspekten in der Lieferkette Förderung ( 9.420 MÄ1 ) Beschaffung und Handel1 ( 1.510 MÄ1 ) Strom- und Wärmeerzeugung ( 14.450 MÄ1 ) Abbau von Braunkohle in eigenen Tagebauen , Bezug von Steinkohle , Gas , Kernbrennstoffen und Biomasse , Exploration und Förderung von Erdöl und Erdgas Förderung 2010 5 Braunkohlentagebaue ( 10.614 Hektar ) 98,7 Mio. Tonnen geförderte Braunkohle 403 Terawattstunden ( TWh ) Primärenergieeinsatz2 2.786 Mio. Kubikmeter Förderung von Erdgas 2,27 Mio. Kubikmeter Förderung von Erdöl Handel und Beschaffung von Strom , Gas , Kohle , Öl , CO2-Zertifikaten und erneuerbaren Energieträgern aus Biomasse in physischer und derivater Form ; wirt- schaftliche Optimierung der Anlagen sowie langfristi- ger Verträge Handelsvolumen 2010 1.497 TWh Strom 706 Mrd. Kubikmeter Gas 968 Mio. Barrel Öl 581 Mio. CO2-Zertifikate Betrieb von Kraftwerken auf der Basis von Braunkohle , Steinkohle , Gas , Kernkraft , erneuerbaren Energien sowie im geringen Umfang von Abfällen und Öl ; Einsatz von Laufwasser- und Pumpspeicherkraftwerken Stromerzeugung3 ( 2010 : 225,3 TWh ) in % 31,5 Braunkohle 24,5 Steinkohle 20,0 Kernenergie 19,0 Erdgas 4,0 Erneuerbare Energien 1,0 Sonstige 4 1 MÄ = Mitarbeiteräquivalente ; sonstige Mitarbeiter : circa 4.800 MÄ 2 Eingesetzte fossile Energieträger 3 Inkl . Strombezügen aus Kraftwerken , die sich nicht in RWE-Eigentum befinden , über deren Einsatz wir aber aufgrund langfristiger Vereinbarungen frei verfügen können . Im Geschäftsjahr 2010 waren dies 25,6 Mrd. kWh , davon 23,4 Mrd. kWh aus Steinkohle . 4 Pumpwasserkraftwerke , ölbefeuerte Kraftwerke und Müllheizkraftwerke 5 Der Stromübertragungsnetzbetreiber Amprion sowie der Gasfernleitungsnetzbetreiber NET4GAS ( Tschechien ) sind unternehmerisch eigenständig . Der deutsche Gasfernleitungsnetzbetreiber Thyssengas wurde verkauft . Unsere Verantwortung . Bericht 2010 Unternehmen 11 Preisgünstige , flexible und bedarfsgerechte Angebote , Aufbau einer Infrastruktur für Elektromobilität , Ausweitung der Angebote im Bereich Energieeffizienz Sicherer Betrieb ohne Netzausfälle , Netzausbau zur Integration erneuerbarer Energien , diskriminierungsfreier Zugang für alle Nutzer , Berücksichtigung von Anwohnerinteressen beim Netzausbau Unterbrechungsfreie Versorgung mit Strom und Gas , Aufbau eines intelligenten Stromnetzes , Vogel- und Naturschutz , Berücksichtigung von Anwohnerinteressen beim Netzausbau Unsere Verantwortung . Bericht 2010 Unternehmen 11 Preisgünstige , flexible und bedarfsgerechte Angebote , Aufbau einer Infrastruktur für Elektromobilität , Ausweitung der Angebote im Bereich Energieeffizienz Sicherer Betrieb ohne Netzausfälle , Netzausbau zur Integration erneuerbarer Energien , diskriminierungsfreier Zugang für alle Nutzer , Berücksichtigung von Anwohnerinteressen beim Netzausbau Unterbrechungsfreie Versorgung mit Strom und Gas , Aufbau eines intelligenten Stromnetzes , Vogel- und Naturschutz , Berücksichtigung von Anwohnerinteressen beim Netzausbau Transport5 ( 1.850 MÄ1 ) Verteilung ( 10.070 MÄ1 ) Vertrieb und Nutzung ( 28.760 MÄ1 ) Betrieb und Wartung eines 11.023 km langen Höchstspannungsnetzes ( 220/ 380 kV ) sowie von Umspannanlagen , Steuerung über die zentrale Netzleitwarte Brauweiler , Betrieb und Wartung von 8.046 km Erdgastransportnetz ( 8 bis 100 bar ) Anteil Stromübertragungsnetz in Deutschland in % Stand : 31.12.2010 31,7 Amprion 30,5 TenneT 9,8 EnBW 28,0 50Hertz Betrieb und Wartung eines 406.600 km langen Stromverteilnetzes ( 0,4 bis 110 kV ) mit 276.700 Schalt- und Umspannanlagen sowie eines 86.100 km umfassenden Erdgasverteilnetzes ( 0,02 bis 70 bar ) , Betrieb von 11 Gasspeichern mit einem Arbeitsvolumen von über 3.871 Normkubikmetern Gas 347.000 Deutschland 44.200 Ungarn 15.400 Polen Stromnetzlängen nach Ländern in km Stand : 31.12.2010 Lieferung von Strom an 16,2 Mio. Privat- und Gewerbekunden sowie von Gas an 7,9 Mio. Privat- und Gewerbekunden , Lieferung von 110,8 TWh Strom und 135,1 TWh Gas an Industriekunden einschließlich Beratung Strom- und Gaslieferungen 16,2 Mio. Privat- und Gewerbekunden Strom 7,9 Mio. Privat- und Gewerbekunden Gas 110,8 TWh Stromlieferung an Industriekunden 135,1 TWh Gaslieferung an Industriekunden Weitere Themen im Online-Bericht Wesentliche einbezogene Gesellschaften – Verbundene Unternehmen ( Stand 31.12.2010 ) auf einen Blick 12 Nachhaltige Unternehmensführung 12 Nachhaltige Unternehmensführung CR-Strategie Mit unserer Strategie zur unternehmerischen Verantwortung ( Corporate Responsibility , CR ) definieren wir die Leitplanken einer nachhaltigen Unternehmensführung bei RWE . In der CR-Strategie legen wir die maßgeblichen Handlungsfelder sowie die zugehörigen Ziele fest , die wir in den nächsten Jahren erreichen wollen . Dazu stehen wir in einem kontinuierlichen Dialog mit unseren Stakeholdern . Transparent , messbar und verbindlich : so gestalten wir Strategie und Umsetzung unserer unternehmerischen Verantwortung ( Corporate Responsibility ) . Mit unserer 2003 verabschiedeten CR-Roadmap haben wir uns langfristige , konkrete Meilensteine gesetzt . Und wir haben erreicht , was wir uns vorgenommen haben . Inzwischen ist CR zum Bestandteil von Zielvereinbarungen geworden . Als eines der ersten Unternehmen Deutschlands haben wir einen Teil der variablen Vorstandsvergütung mit der Erreichung eines Nachhaltigkeitsindex verknüpft . Dieser Index leitet sich aus unseren zehn CR-Handlungsfeldern ab und macht die Zielerreichung messbar . In den kommenden Jahren werden wir für die Erfassung und Prüfung der CR-Kennzahlen standardisierte Verfahren einführen . Die Kennzahlen bilden die Grundlage für eine systematische Berichterstattung und die Bewertung der Zielerreichung . Unsere CR-Handlungsfelder Unsere CR-Strategie erstreckt sich auf zehn Handlungsfelder , die vom Konzernvorstand im Mai 2007 beschlossen wurden . Sie bündeln diejenigen Themen und Problemstellungen , bei denen wir unter CR- Aspekten am meisten gefordert sind . Dazu zählen Klimaschutz , Energieeffizienz , Versorgungssicherheit und Preisgestaltung . Bei der Entwicklung der Handlungsfelder haben wir sowohl die interne Sicht des Unternehmens als auch die Erwartungen unserer Stakeholder einbezogen . Im Juli 2009 hat der Vorstand für jedes Handlungsfeld Leistungskennzahlen und Zielgrößen festgelegt , anhand deren wir Fortund Rückschritte messen können . Die Kennzahlen werden regelmäßig erhoben und an den Vorstand berichtet sowie jährlich im CR-Bericht veröffentlicht ( siehe S. 18 ) . Start ( 1998 – 2000 ) Strukturierung ( 2001 – 2005 ) Umsetzung ( 2006 – 2010 ) Treiberrolle ( 2011 – 2015 ) Best in Class ( 2016 – 2020 ) Roadmap unserer unternehmerischen Verantwortung Strategie Koordination und Management Reporting und Dialog Konzernrichtlinie Umweltmanagement Ständiger Stab der Umweltbeauftragten Einführung Umweltberichts- und Informations- system 1. Systematischer Umweltbericht Aufnahme in Dow Jones Sustainability Index CR-Konzernleitlinien CR-Strategie Einführung Arbeitsschutzmanagement Konzernweit gültiger Verhaltenskodex Zukunftstagung nachhaltige Entwicklung 1. CR-Bericht Überarbeitung CR-Handlungsfelder Verankerung CR in allen Geschäftsbereichen Kennzahlenkonzept CR Konzernprogramm Umsetzung CR Institutionalisierter Stakeholderdialog Corporate-Volunteering- Programm Fortlaufende Aktualisierung der CR-Handlungsfelder CR als Bestandteil der Zielvereinbarungen Regelmäßige Berichterstattung der KPIs Transparenzführer der Branche CR in der Konzernstrategie aufgegangen CR fester Bestandteil der operativen Steuerung Hohe Akzeptanz unseres Handelns durch die Gesellschaft Unsere Verantwortung . Bericht 2010 Nachhaltige Unternehmensführung 13 Unsere Verantwortung . Bericht 2010 Nachhaltige Unternehmensführung 13 Relevanz aus Sicht von RWE Erwartungen der Stakeholder an RWE0 0,5 1,0 1,0 0,5 Energieeffizienz Versorgungssicherheit Versorgungssicherheit Innovationen Arbeitssicherheit und Gesundheitsmanagement Preisgestaltung und Markt Gesellschaftliche Verantwortung Demografischer Wandel Umweltschutz Umweltschutz Klimaschutz Innovationen Lieferkette Lieferkette Materialitätsanalyse 2010. Unsere Stakeholder haben klare Erwartungen , in welchen Handlungsfeldern sich RWE ganz besonders engagieren sollte . Wir verfolgen kontinuierlich , wie sich ihre Erwartungen verändern und wo sich neue Schwerpunkte abzeichnen . Aus dem Vergleich mit den Maßnahmen in unseren Handlungsfeldern leiten wir weiteren Handlungsbedarf ab . Das Handlungsfeld Umweltschutz hat insbesondere mit der zunehmenden Aufmerksamkeit für das Thema Biodiversität an Bedeutung gewonnen . Nachdem die Vertragsstaatenkonferenz im Oktober 2010 in Nagoya ( Japan ) ein weltweites Abkommen zum Schutz der Biodiversität verabschiedet hat , widmet die Öffentlichkeit diesem Thema erheblich mehr Aufmerksamkeit . Auch das Handlungsfeld Versorgungssicherheit hat für unsere Stakeholder an Bedeutung zugenommen . Dies zeigten die – teilweise konträren – Diskussionen um den Ausbau der Stromnetze im Jahr 2010. Um die Einspeisung erneuerbarer Energien in Zukunft sicherzustellen , müssen die Transportnetze erheblich erweitert werden . Vermehrt diskutiert wurden im Jahr 2010 auch Fragen zur Lieferkette . In den Niederlanden befasste sich das Parlament mit den ethischen und sozialen Anforderungen an die Beschaffung von Kraftwerkskohlen . Ebenso erwarten unsere Stakeholder zunehmend , dass wir mit Innovationen zum Klimaschutz beitragen . Bei den weiteren sechs Handlungsfeldern konnten wir gegenüber den im Jahr 2009 getroffenen Bewertungen keine wesentlichen Veränderungen in der Bedeutung für unsere Stakeholder oder für unser Unternehmen beobachten . In der Grafik zur Materialitäts analyse sind die Veränderungen im Jahr 2010 im Vergleich zum Vorjahr gekennzeichnet . Unser CR-Management Eine verantwortungsbewusste Unternehmensführung muss auf oberster Ebene verankert sein . Die Verknüpfung der Vorstandsvergütung mit der Erreichung unserer CR-Ziele trägt dazu entscheidend bei . Damit ist CR zu einem Thema geworden , mit dem sich der Vorstand , aber auch der Aufsichtsrat der RWE AG regelmäßig befasst . Genauso wichtig ist die Verankerung in den Abläufen und den operativen Prozessen . Unser CR-Management beruht auf der Eigenverantwortung der Unternehmensbereiche . Die konzernweite Koordination erfolgt durch das Group Center , die RWE AG . Die Umsetzung erfolgt in den zuständigen 14 Nachhaltige Unternehmensführung 14 Nachhaltige Unternehmensführung Managementsysteme Im Interesse einer sachbezogenen Aufgabenteilung unterhalten wir im RWE-Konzern eine Reihe von Managementsystemen , die für die Ausgestaltung einer verantwortungsvollen Unternehmensführung und die Verankerung von CR in den Geschäftsprozessen erforderlich sind . Umweltschutz . Unser Umweltmanagement wird durch eine konzernweit verbindliche Richtlinie geregelt und orientiert sich an den Anforderungen des internationalen Standards ISO 14001 für Umweltmanagementsysteme . Jede Gesellschaft hat ein ihren Tätigkeiten entsprechendes Umweltmanagement aufgebaut . Im Jahr 2010 hat die für CR zuständige Stabsabteilung durch Audits bei allen wesentlichen operativen Gesellschaften überprüft , ob die Anforderungen der Konzernrichtlinie erfüllt wurden . Arbeitssicherheit und Gesundheit . Die konzernweite Koordination erfolgt über die 2009 eingerichteten Kompetenzzentren Arbeitssicherheit und Arbeitsmedizin/ Betriebliches Gesundheitsmanagement . Sie berichten direkt an den Personalvorstand der RWE AG . Die Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitssicherheit werden in einem deutschen und in einem internationalen Arbeitsschutzforum abge stimmt . In die Koordination durch das Betriebliche Gesundheitsmanagement sind gegenwärtig nur die deutschen Gesellschaften einbezogen , eine Ausweitung auf den gesamten Konzern wird mit dem Europäischen Betriebsrat diskutiert . Compliance . Um der wachsenden Bedeutung der Korruptionsbekämpfung gerecht zu werden , haben wir im Jahr 2009 im Group Center eine eigene Organisationseinheit Compliance eingerichtet , die direkt an den Vorstandsvorsitzenden der RWE AG berichtet . Sie überwacht die Einhaltung unserer Vorgaben zur Verhinderung von Korruption , verantwortet die Zusammenarbeit mit den Compliance-Beauftragten der operativen Gesellschaften sowie die Auslegung und Weiterentwicklung unseres Verhaltenskodex . Den Umgang mit Geschäfts partnern , die Abwicklung von Spenden und Sponsoring sowie die Beschäftigung von Beratern haben wir in konzernweit gültigen Richtlinien geregelt , die den Vorgaben unseres Verhaltenskodex folgen . Einmal pro Jahr hat jede Führungskraft mit Personalverantwortung für ihren Bereich die Einhaltung des Verhaltenskodex zu bestätigen . Zur Verbesserung der Transparenz haben wir zum 1. Januar 2010 eine Datenbank eingerichtet , in der alle wesentlichen Informationen und Dokumente zu Spenden und Sponsoring , Zuwendungen an Amtsträger sowie Beraterverträgen , die Compliance-relevant sind , erfasst werden . Anhand regelmäßiger Stichproben überprüfen wir die Übereinstimmung mit den Vorgaben des Verhaltenskodex . Für das Jahr 2010 haben wir keine schwerwiegenden und systemati- Weitere Themen im Online-Bericht CR-Management – Informationen zu CR-Organisation , RWE-Verhaltenskodex sowie Zertifizierungen Unsere Verantwortung . Bericht 2010 Nachhaltige Unternehmensführung 15 Unsere Verantwortung . Bericht 2010 Nachhaltige Unternehmensführung 15 0 98 % der Mitarbeiter werden durch das interne Umweltmanagement abgedeckt 100 % der Mitarbeiter werden durch das interne Arbeitssicherheitsmanagement abgedeckt schen Verstöße gegen unsere Vorgaben zur Verhinderung von Korruption gefunden . Im Bereich Spenden gab es eine Reihe kleinerer Unregelmäßigkeiten , die aber alle nachträglich behoben werden konnten . In einem Fall war eine Klarstellung in der entsprechenden Richtlinie erforderlich . Um die Mitarbeiter zu Fragen der Compliance , insbesondere zur Verhinderung von Korruption , zu informieren , werden regelmäßige Schulungen durchgeführt . Zudem veröffentlicht die Compliance-Abteilung seit 2010 einen regelmäßigen internen Newsletter zu aktuellen Fragestellungen . Wenn Mitarbeiter Zweifel haben , ob die Compliance-Vorgaben eingehalten werden , können sie sich neben den Compliance-Beauftragten auch an einen von RWE bestellten unabhängigen , externen Rechtsanwalt wenden , ohne eigene Vorgesetzte informieren zu müssen . Anfragen werden vertraulich und auf Wunsch anonym behandelt . Alle Fragen zu wettbewerbskonformem Verhalten werden durch unsere Rechtsabteilung gesteuert . Für Mitarbeiter , die in kartellrechtlich sensiblen Bereichen tätig sind , ist die Teilnahme an einer kartellrechtlichen Schulung verpflichtend . Innovationsmanagement . Die langfristige Entwicklung des RWE-Konzerns hängt wesentlich von der rechtzeitigen Bewertung und Umsetzung von Innovationen ab . Im Jahr 2008 haben wir eine zentrale Abteilung eingerichtet , die unsere zum Teil weit über das Jahr 2030 hinausreichenden Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten koordiniert . Wesentliche Kriterien für die Bewertung neuer Technologien sind dabei der Beitrag , den sie zum Klimaschutz und zur Versorgungssicherheit leisten , sowie die spezifischen Kosten der Energiebereitstellung , die mit der jeweiligen Technologie verbunden sind . Die zentrale Abteilung für Forschung und Entwicklung koordiniert darüber hinaus unsere zahlreichen Hochschulkooperationen und betreut die Stiftungsprofessuren ( siehe S. 47 ) . Dialog mit unseren Stakeholdern Den Dialog mit unseren Stakeholdern führen wir in den Regionen unter sehr unterschiedlichen Voraussetzungen , die von unterschiedlichen Interessenlagen sowie von unterschiedlichen gesetzlichen Rahmenbedingungen und Markterfordernissen geprägt sind . In allen Regionen aber gilt als zentrale Prämisse , dass wir die Bürger , die von unseren Vorhaben betroffen sind , frühzeitig in unsere Entscheidungen einbeziehen . Unser Stakeholderdialog findet im Wesentlichen auf zwei Ebenen statt : Auf nationaler und europäischer Ebene bilden Politik , Gesetzgeber , Analysten und Investoren sowie international agierende Nichtregierungsorganisationen ( NGOs ) unsere wesentlichen Ansprechpartner . Die Kommunen , Anwohner , Kunden und auch unsere Mitarbeiter zählen zu den regionalen Stakeholdern . Deutschland . In Deutschland erleben wir eine starke Polarisierung bezüglich der zukünftigen Energieversorgung . Zu zentralen Punkten , insbesondere der Nutzung von Kernkraft und Kohle , war in den letzten Jahren eine Verfestigung der Positionen zu beobachten . Seit dem schweren nuklearen Unfall im Kernkraftwerk Fukushima in Japan wird in Deutschland intensiv die Zukunft der Kernenergie diskutiert , insbesondere die Bewertung des Restrisikos dieser Technologie . Weite Teile der Gesellschaft fordern einen Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie und einen nochmals forcierten Ausbau der erneuerbaren Energien . 16 Nachhaltige Unternehmensführung 16 Nachhaltige Unternehmensführung Großbritannien . Sowohl die britische Regierung als auch wesentliche Teile der Bevölkerung sprechen sich aus Gründen des Klimaschutzes gegen den Neubau von Kohlekraftwerken aus . Bis zu dem schweren Reaktorunfall in Japan herrschte in Großbritannien eine positive Grundeinstellung zur Kernenergie . Es bleibt abzuwarten , wie sich Politik und Gesellschaft in Zukunft positionieren werden . Bei Bauvorhaben wie dem Neubau des Gas- und Dampfkraftwerks Staythorpe pflegen wir intensiven Kontakt mit Behörden , Kommunen und Anwohnern . Wir diskutieren mit ihnen die Auswirkungen des Bauvorhabens und versuchen diese soweit wie möglich zu reduzieren , beispielsweise durch Ausschalten der Beleuchtung der Baustelle in besonders betroffenen Gebieten . Niederlande . Beim Kauf von Essent war den bisherigen Eigentümern , den Kommunen und Provinzen , die Fortführung der Nachhaltigkeitspolitik von Essent ein wesentliches Anliegen . Dies haben wir in einem „ Nachhaltigkeitsvertrag “ verbindlich zugesagt . Eine unabhängige Stiftung überwacht die Umsetzung . Intensiv wird von Politik und Öffentlichkeit in den Niederlanden der Klimaschutz diskutiert , insbesondere die Frage , ob neue Kohlekraftwerke und ihre CO2-Emissionen weiterhin zu verantworten sind . Im Zusammenhang mit dem Bau des 1.560-MW-Steinkohlenkraftwerks in Eemshaven ( Provinz Groningen ) führen wir umfangrei che Diskussionen sowohl mit der Politik als auch mit der interessierten Öffentlichkeit . Neben dem Klimaschutz ist die Herkunft der Importkohle und die Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards bei der Kohleförderung ein zentrales Diskussionsthema . Polen , Tschechien und Ungarn . Klimaschutz und Erzeugungsmix stehen auch in Ungarn im Fokus der Diskussion . Als Betreiber des einzigen Braunkohlenkraftwerks in Ungarn sind wir hiervon erheblich betroffen . So haben wir im Jahr 2010 den geplanten Neubau eines 400-MW-Braunkohlenblocks aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen , die auch durch die ungarische Klimaschutzpolitik vorgegeben werden , aufgegeben . Weiterhin stehen bei den regionalen Stakeholdern in Polen , Tschechien und Ungarn die regionale Wertschöpfung sowie die gesellschaftlichen Leistungen des Unternehmens im Mittelpunkt . Wir führen hierzu einen intensiven Dialog mit den Anwohnern und der lokalen Politik und unterstützen sie im Rahmen unseres gesellschaftlichen Engagements . Dialog mit Kunden und Investoren Kunden und Investoren stellen wichtige Stakeholder dar . Sie beeinflussen unseren Geschäftserfolg ganz unmittelbar – über die Wahl der von RWE angebotenen Tarife oder über Investitionsentscheidungen . Auch mit ihnen stehen wir in einem intensiven Austausch : Im Jahr 2010 hat die RWE Vertrieb AG einen Kundenbeirat gegründet , der sich als Bindeglied zwischen RWE und ihren Privatkunden versteht . Dieser Beirat soll künftig zweimal im Jahr tagen , um über Themen wie Produkte , Verkaufskanäle , aktuelle Werbung und Kundenservice zu diskutieren . Dem Kundenbeirat , der sich in ein Forum Deutschland Nord und ein Forum Deutschland Süd aufteilt , gehören 38 Mitglieder an . In Großbritannien bildet der Dialog mit den Kunden einen Schwerpunkt des Stakeholderdialogs . RWE npower hat daher im Juli 2010 einen Beirat ins Leben Unsere Verantwortung . Bericht 2010 Nachhaltige Unternehmensführung 17 Unsere Verantwortung . Bericht 2010 Nachhaltige Unternehmensführung 17 Ratingagenturen und Analysten für nachhaltige Geldanlagen sind eine wichtige Verbindung zu potenziellen Investoren . Wir stellen die von ihnen geforderten Daten und Informationen nicht nur über den CR- Bericht , sondern auch unterjährig über die Beantwortung umfangreicher Fragebögen bereit . Unternehmenspräsentationen und Einzelgespräche ergänzen den Dialog mit nachhaltigkeitsorientierten Analysten und Investoren . Die Ergebnisse nachhaltigkeitsorientierter Ratings und das Feedback von Analysten geben uns im Gegenzug wertvolle Hinweise zur weiteren Verbesserung unseres CR-Managements . RWE ist seit Auflage des Dow Jones Sustainability Index im Jahr 1999 durchgehend im Index vertreten . Ebenso beantworten wir die jährlichen Fragebögen des Carbon Disclosure Project ( CDP ) sowohl zu den CO2Emissionen als auch zum Wasserverbrauch . Einen Überblick über Ratingergebnisse und externe Bewertungen für RWE stellen wir im Internet dar . Dialog mit der Politik Wir sind überzeugt , dass Unternehmen ihre Interessen in der öffentlichen Diskussion ebenso entschieden vertreten sollten wie alle anderen gesellschaftlichen Gruppen . Wichtig ist , dass dies in transparenter Weise geschieht . Sowohl in Brüssel als auch in den Hauptstädten der Länder , in denen wir tätig sind , unterhalten wir Verbindungsbüros , die den Dialog mit den politischen Entscheidungsträgern führen . Im Jahr 2010 haben wir uns im Register der Interessenvertreter bei der Europäischen Kommission eintragen lassen . Damit legen wir die finanziellen Aufwendungen für Lobbyarbeit sowie die von uns im politischen Diskurs vertretenen Positionen offen . Dennoch unterliegt unsere Lobbyarbeit naturgemäß auch Kritik . Die Verleihung des „ Worst Lobby Award 2010 “ durch die Nichtregierungsorganisation Lobby Control spiegelt die fundamental unterschiedlichen Meinungen zur zukünftigen Energieerzeugung wider . Das Gleiche gilt für die Verleihung des „ Dinosauriers 2010 “ durch die deutsche Nichtregierungsorganisation NABU . Solche Aktionen nehmen wir als Anlass , mit unseren Kritikern öffentlich zu diskutieren . Im Oktober 2010 wurde in zahlreichen deutschen Zeitungen der „ Energiepolitische Appell “ veröffentlicht , zu dessen Initiatoren und Unterzeichnern RWE gehört . Darin wurde auf die Notwendigkeit einer ausgewogenen Berücksichtigung von Kernkraft , Kohle , Gas und erneuerbare Energien beim energiepolitischen Gesamtkonzept der Bundesregierung hingewiesen . Unsere Mitgliedschaften Teil unseres Stakeholderdialogs , aus dem wir kontinuierlich Rückschlüsse auf externe Erwartungen ableiten , ist die aktive Mitgliedschaft in nationalen Organisationen wie econsense – Forum Nachhaltige Entwicklung der Deutschen Wirtschaft , Business in the Community in Großbritannien oder MVO Nederland . Der RWE-Konzern bekennt sich zu den Prinzipien des UN Global Compact . Für den Konzern als Ganzes ist die RWE AG dem deutschen Netzwerk des UN Global Compact beigetreten . Zusätzlich sind unsere Landesgesellschaften in den Niederlanden und Polen Mitglied in den nationalen Netzwerken und unterstützen vor Ort die Umsetzung der Prinzipien des UN Global Compact . Weitere Mitgliedschaften stellen wir im Internet dar . 18 Nachhaltige Unternehmensführung 18 Nachhaltige Unternehmensführung CR-Programm Wir haben unsere Handlungsfelder im Jahr 2009 mit konkreten Zielen versehen . In den nachfolgenden Kapiteln werden die Maßnahmen und der Stand der Umsetzung ausführlich dargestellt . Handlungsfeld Klimaschutz Energieeffizienz Innovation Versorgungssicherheit Lieferkette Preisgestaltung und Markt Demografischer Wandel Arbeitssicherheit & Gesundheitsmanagement Umweltschutz Gesellschaftliche Verantwortung Wir wollen … … die CO2-Intensität unseres Kraftwerksparks deutlich reduzieren . Mit physischen und finanziellen Maßnahmen wollen wir unser CO2-Risiko bis spätestens 2020 auf das Durchschnittsniveau der Wettbewerber in unseren Märkten senken . Leistungskennzahl - CO2-Emissionen unter Berücksichtigung von Minderungen aus CDM/ JI und Portfoliooptimierung in Tonnen je erzeugte Megawattstunde Strom ( t CO2/ MWh ) -Erhöhung der Energieeffizienz in % - Abdeckungsgrad und Kommunikation der strategisch relevanten F&E-Themen in % -(n-1)-Kriterium für Stromtransport - Netzausfälle in Min. pro Jahr und Kunde ( System Average Interruption Duration Indicator , SAIDI ) - Abdeckung des Lieferantenmanagements in allen Einkaufsbereichen in % - Kundenloyalitätsindex - Demografie-Index - Anzahl der Unfälle mit mind. einem Ausfalltag je 1 Mio. geleistete Arbeitsstunden ( LTIF = X/ 1.000.000 h ) - Zugang zum Arbeitsbewältigungsindex ( ABI ) in % -Einhaltung der Genehmigungsauflagen in % - Konzernweite Abdeckung des Umweltmanagements in % - Reputationsindex … sowohl unsere eigene Energieeffizienz als auch die unserer Kunden erhöhen . … die Verfügbarkeit der optimalen Lösung in unseren Kernprozessen durch Innovationen sicherstellen . … die Systemsicherheit unserer Transportnetze jederzeit gewährleisten . … unsere Kunden jederzeit bedarfsgerecht mit Strom versorgen . … dass zur Vermeidung von Reputationsrisiken die Einhaltung von internationalen Umwelt- und Sozialstandards integraler Bestandteil unserer Lieferverträge ist . … zufriedene und damit langfristig loyale Kunden haben . … langfristig unseren Personalbedarf qualitativ und quantitativ decken . … dass jeder eigene und externe Mitarbeiter so gesund nach Hause geht , wie er zur Arbeit gekommen ist . … die Leistungsfähigkeit unserer Mitarbeiter erhalten . … unsere Anlagen stets sicher gemäß den genehmigungsrechtlichen Vorgaben betreiben . … unser Umweltmanagementsystem zur Kontrolle des rechtssicheren Betriebs unserer Anlagen und Netze konzernweit zu 100 % umsetzen . … mit effizientem Mitteleinsatz unsere regionale Reputation stärken . Unsere Verantwortung . Bericht 2010 Nachhaltige Unternehmensführung 19 Zielgröße Termin Maßnahmen Status Ende 2010 - Marktüblicher Emissionsfaktor im 2020 - Neubauten von 7.219 MW Gas- , 2.100 MW Braunkohlen- , - 2.537 MW Gaskraftwerke in Jahr 2020 3.088 MW Steinkohlenkraftwerken sowie 4.500 MW Betrieb genommen bzw. in der ( 0,45 t CO2/ MWh nach heutiger erneuerbare Energien in Betrieb oder Bau bis 2014 Inbetriebsetzung , übrige Neu- Erkenntnis ) bauten in der Realisierung - RWE-Kraftwerke : 11 % bis 2013 - RWE-Fuhrpark : 20 % bis 2012 - RWE-Immobilien : 5 % bis 2014 - RWE-Kundenprojekte : 8 % bis 2012 - mindestens 95 % - Einhaltung des ( n-1)-Kriteriums - SAIDI < 25 Minuten ( nur Deutschland ) - 95 % des Einkaufsvolumens 2012 -- Neubauten von Kraftwerken ( s. o. ) 2014 - „ Green Car Policy “ umsetzen - Energetische Modernisierung und Sanierung von Gebäuden - Kundenberatung , Smart Meter/ Smart Home , Contracting-Modelle mit Kommunen und Industrie 2011 - Beispielprojekte : Abtrennung und Speicherung von CO2 , CO2-Nutzung , Wirkungsgradsteigerung , Meeresenergie , Solarthermie , Druckluftspeicher , intelligente Netze , Smart Meter , Smart Home 2011 - ca. 3 Mrd. € Investition : 800 km neue Transportleitungen , 25 neue Umspannstationen - ca. 25 Mrd. € für Erneuerung , Ausbau und Betrieb konzernweit im Zeitraum 2009 bis 2019 2011 - Aufnahme von CR-Kriterien in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen ( AGBs ) - Überprüfung der Kohlelieferanten - Entwicklung von CR-Grundsätzen für den Bezug von Waren -siehe oben - 19 % Senkung des spezifischen Treibstoffverbrauchs in 5 Jahren - 17 % Energieeinsparung bei Modernisierung und Sanierung von Gebäuden - 8,3 % Energieeinsparung bei Haushalten durch „ Cleverer Kiez“-Projekt - F&E-Projekte für alle Anforderungen entlang der Wertschöpfungskette - Stromtransport 100 % gewährleistet - SAIDI ( 2009 ) : 20,4 Min. / Kunde ( nur Deutschland ) - AGBs für Arbeitssicherheit und Umweltschutz eingeführt - 100 % Counter Party Risk Management für Kohlelieferanten - Biomassepolicy in Vorbereitung - Kundenloyalitätsindex von mind. 73 2013 - Regelmäßige Erhebungen durchführen - Kundenloyalitätsindex von 71 - Demografie-Index von mind. 84 2011 - bedarfsgerechte Rekrutierung junger Mitarbeiter - Demografie-Index von 83,8 fortsetzen - verstärkt Mitarbeiterinnen anwerben - LTIF von max. 2,5 2013 - Programm „ Sicher voRWEg “ in der Umsetzung , Sicher-- LTIF : 3,5 - Mehrheit der Mitarbeiter in Deutschheitspass auf Baustellen eingeführt , Mitarbeiter von - ABI in Deutschland eingeführt land hat Zugang zur Bestimmung des Partnerunternehmen in die Unfallstatistik aufnehmen persönlichen ABI - ABI in Deutschland umfassend einführen und Ergebnisse auswerten - 100 % Einhaltung 2011 - Kontrolle und Optimierung der Betriebsführung unserer - Keine signifikanten Abweichungen Anlagen von den Genehmigungsauflagen - 100 % Abdeckung - Umweltmanagementsystem in neuen Gesellschaften auf- - Umweltmanagement zu 98 % eingebaut , regelmäßige Durchführung interner Audits geführt - Höchste Reputation unter vergleich- 2011 - regionales Engagement systematisch ausbauen - Höchste Reputation im Vergleich baren Unternehmen der Branche - Erfassung der Wertschöpfung des Unternehmens über die zu direkten Wettbewerbern bisherige Erfassung ausbauen 20 CR-Handlungsfelder 20 CR-Handlungsfelder Klimaschutz Herausfordernde Offshore-Projekte Windparks auf offener See bieten das größte Potenzial für den Ausbau erneuerbarer Energien . Unsere ersten größeren Offshore-Windparks haben wir in Großbritannien errichtet . Zuletzt haben wir 2009 Rhyl Flats vor der walisischen Küste in Betrieb genommen . Die Er fahrungen , die wir beim Errichten der 25 Windturbinen und der Kabelverlegung in 15 Metern Tiefe gesammelt haben , nutzen wir nun für weit größere Projekte . Derzeit er richten wir in einem Joint Venture 140 Turbinen am Standort Greater Gabbard an der englischen Südostküste . Bis 2050 wollen wir die Stromversorgung CO2-neutral gestalten . Dies stellt uns vor enorme Herausforderungen . Wir müssen Milliardensummen investieren , um weniger Kohlendioxid ( CO2 ) je erzeugte Megawattstunde Strom auszustoßen , und zugleich die Sicherheit und Wirtschaft lichkeit der Stromversorgung gewährleisten . Wir arbeiten daran , unsere Stromerzeugung aus fossilen Quellen effizienter und emissionsärmer zu gestalten . Bis 2014 wollen wir alle unsere neuen Gas- und Kohlekraftwerke mit einer Gesamtkapazität von über 12.400 MW in Betrieb genommen haben . Ein weiterer zentraler Baustein unserer Strategie ist der Ausbau der erneuerbaren Energien . Bis 2014 sollen 4.500 MW in Bau oder Betrieb sein . So verringern wir die CO2-Intensität unseres Kraftwerksparks . Mit physischen und finanziellen Maßnahmen wollen wir unser CO2-Risiko bis 2020 auf das Durchschnittsniveau der Wettbewerber in unseren Märkten senken . Zielerreichung Große Fortschritte erzielten wir bei der Modernisierung unseres Erzeugungsportfolios : 2010 gingen neue Gas- und Dampfturbinenanlagen in Lingen ( Deutschland ) und Staythorpe ( Großbritannien ) ans Netz . Auch beim Ausbau der erneuerbaren Energien haben wir wichtige Etappenziele erreicht und ihren Anteil an der Eigenerzeugung auf 4,0 % erhöht ( 2009 : 3,5 % ) . Unser spezifischer Emissionsfaktor sank von 0,796 Tonnen je Megawattstunde Strom ( t CO2/ MWh ) im Jahr 2009 auf 0,732 t CO2/ MWh im Jahr 2010. Wir wollen … die CO2-Intensität unseres Kraftwerksparks deutlich reduzieren . Mit physischen und finanziellen Maßnahmen wollen wir unser CO2-Risiko bis spätestens 2020 auf das Durchschnittsniveau der Wettbewerber in unseren Märkten senken . Leistungskennzahl CO2-Emissionen unter Berücksichtigung von Minderungen aus CDM/ JI und Portfoliooptimierung in Tonnen je erzeugte Megawattstunde Strom ( t CO2/ MWh ) Zielgröße Marktüblicher Emissionsfaktor im Jahr 2020 ( 0,45 t CO2/ MWh nach heutiger Erkenntnis ) Ziele im Handlungsfeld Klimaschutz Unsere Verantwortung . Bericht 2010 CR-Handlungsfelder 21 Unsere Verantwortung . Bericht 2010 CR-Handlungsfelder 21 0 225,3 Mrd. kWh Eigenerzeugung 164,9 Mio. t direkte CO2-Emissionen aus der Stromerzeugung 8,9 Mrd. kWh aus erneuerbaren Energien Verbesserung der CO2-Emissionsbilanz Gesellschaft und Politik erwarten von uns als Europas größtem CO2-Einzelemittenten Lösungen zum Schutz des Klimas . Die gesellschaftliche Akzeptanz unseres Unternehmens und unserer Geschäftstätigkeit hängt daher auch von unseren Anstrengungen für den Klimaschutz ab . Neben den politischen Vorgaben auf nationaler und europäischer Ebene sind die Erwartungen der Gesellschaft an uns nicht zuletzt der Grund dafür , dass wir unsere CO2-Emissionen je erzeugte Megawattstunde ( MWh ) Strom senken müssen . Zudem stellen die Kosten für unsere CO2-Emissionen ein Risiko dar , das erhöhte Anstrengungen im Vergleich zu unseren Wettbewerbern verlangt . Durch einen langfristigen Umbau der RWE-Erzeugungs kapa zitäten können wir das CO2-Risiko mindern und unsere Wettbewerbsfähigkeit dauerhaft sichern . Hierbei verfolgen wir das Ziel , dass 75 % unserer Stromerzeugungskapazität im Jahr 2025 CO2-frei oder CO2-arm sein soll . Der Großteil unseres Erzeugungsportfolios soll dann auf erneuerbaren Energien und Gas basieren . Unser langfristiges CO2-Risikoziel orientiert sich an den durchschnittlichen CO2-Emissionen je erzeugte Megawattstunde Strom . Bis spätestens 2020 wollen wir unser CO2-Risiko mittels physischer und finanzieller Maßnahmen auf das Durchschnittsniveau der Wettbewerber in unseren Märkten senken . Wir gehen aktuell davon aus , dass der übliche Emissionsfaktor in diesen Märkten 2020 bei etwa 0,45 Tonnen CO2 je MWh liegen wird . Unser Kraftwerksneubau-Programm und der Ausbau der erneuerbaren Energien führen zu kontinuierlichen Minderungen des CO2-Ausstoßes . Welchen Anteil die Kernenergie künftig in unserem Erzeugungsportfolio haben wird , hängt von sicherheitstechnischen Anforderungen sowie von dem Ausgang der gesellschaftspolitischen Diskussion um die Zukunft der Kernenergie ab . Zu den finanziellen Maßnahmen , auf die wir zur Verbesserung unserer CO2-Emissionsbilanz setzen , zählt unter anderem die Kompensation unserer CO2-Emissionen durch Emissionszertifikate aus internationalen Klimaschutzprojekten im Rahmen des Clean Development Mechanism ( CDM ) und Joint Implementation ( JI ) . Die Portfoliooptimierung durch virtuelle Kraftwerks tausch- Transaktionen mit anderen Stromerzeugern liefert ebenso einen Beitrag . Modernisierung Kraftwerkspark Unser konzernweites Kraftwerks-Neubauprogramm befindet sich im letzten Drittel der Realisierungsphase . So können wir ältere und weniger effiziente Anlagen vom Netz nehmen , ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden , und gleichzeitig wirtschaftlich Strom produzieren . Dahinter stehen Investitionen von rund 12 Mrd. € , die wir in Deutschland , Großbritannien , den Niederlanden und der Türkei tätigen . Der Umbau unseres Kraftwerksparks ist damit jedoch noch nicht abgeschlossen . Langfristig wollen wir unser Erzeugungsportfolio durch weitere hochmoderne Gas- und Dampfturbinen-Anlagen ergänzen , deren Last schnell verändert werden kann und die deshalb die erneuerbaren Energien ideal ergänzen . Braun- und Steinkohlenkraftwerke . In Deutschland bauen wir am Standort Neurath die modernste Braunkohlen- Doppelblockanlage mit optimierter Anlagentechnik ( BoA ) der Welt . Die sogenannte BoA 2&3 verfügt über eine Kapazität von 2.100 MW und einen Wirkungsgrad von mehr als 43 % . Die Fertigstellung ist Ende 2011 geplant . Die neue Anlage ersetzt alte 22 CR-Handlungsfelder 22 CR-Handlungsfelder Gas- und Dampfturbinenkraftwerke . Gaskraftwerke stellen , gemessen an der Anzahl der Projekte sowie der Gesamtkapazität , den wichtigsten Bestandteil unserer Kraftwerksinvestitionen dar . Mit Werten von bis zu 60 % weisen Gas- und Dampfturbinenkraftwerke ( GuD ) den höchsten Wirkungsgrad fossil befeuerter Kraftwerke auf . Bei Kraft-Wärme-Kopplung ( KWK ) erreichen sie Energienutzungsgrade von bis zu 80 % . Das 876-MW-GuD-Kraftwerk in Lingen haben wir im Frühjahr 2010 in Betrieb genommen . Die 1.650-MW- Anlage in Staythorpe war erstmals Ende 2010 mit allen vier Blöcken am Netz . Eine zweite Anlage baut RWE npower am Standort Pembroke in Wales . Das Kraftwerk mit einer Leistung von 2.188 MW wird voraussichtlich 2012 die Stromproduktion aufnehmen . Die beiden britischen GuD-Kraftwerke ersetzen unter anderem auch die Kohlekraftwerke Didcot A und Tilbury , die wir voraussichtlich bis 2015 außer Betrieb nehmen . In den Niederlanden baut Essent derzeit zwei Gaskraftwerke : Die Inbetriebnahme der 426-MW-GuD-Anlage Moerdijk 2 ist für das vierte Quartal 2011 geplant . Die Anlage Claus C ( 1.304 MW ) soll im zweiten Quartal 2012 ans Netz gehen und das bestehende Gaskraftwerk Claus B ( 640 MW ) ersetzen . Im vergangenen Jahr haben wir die Bauentscheidung für unser erstes Kraftwerk in der Türkei getroffen . Die 775-MW-GuD-Anlage Denizli soll Ende 2012 betriebsbereit sein . Ausbau erneuerbarer Energien Federführend beim Ausbau der erneuerbaren Energien ist unsere 2008 gegründete Gesellschaft RWE Innogy . Unsere konzernweiten Erzeugungskapazitäten auf Basis erneuerbarer Energien haben wir von Stand der RWE-Kraftwerksprojekte Block G Block D F E Block A B Block 1 -4 Block 1 -5 Lingen Neurath Hamm Staythorpe Pembroke Moerdijk 2 Claus C Eemshaven Denizli Gas Braunkohle Steinkohle Gas Gas Gas Gas Steinkohle/ Biomasse Gas 876 2.100 1.528 1.650 2.188 426 1.304 1.560 775 0,5 2,6 2,3 0,8 1,2 0,4 1,1 2,7 0,5 0,34 0,95 0,74 0,35 0,34 0,35 0,35 0,59 0,37 2010 2011 2013 2010 2012 2011 2012 2014 2012 Unsere Verantwortung . Bericht 2010 CR-Handlungsfelder 23 Unsere Verantwortung . Bericht 2010 CR-Handlungsfelder 23 MW Ende 2009 auf 2.947 MW Ende 2010 gesteigert . Um den Ausbau voranzutreiben , werden wir weiterhin Milliardenbeträge investieren . Die notwendigen Finanzmittel ziehen wir aus den Einnahmen unseres Bestandsgeschäfts , also auch aus unseren Kohle- und Kernkraftwerken . 2014 wollen wir eine regenerative Erzeugungskapazität von 4.500 MW in Bau und Betrieb haben . Wegen Investitionskürzungen und Projektverzögerungen können wir dieses Ziel nicht – wie ursprünglich geplant – bereits 2012 erreichen . Der Ausbau erneuerbarer Energien erfolgt auf Basis marktreifer Technologien wie Windenergieanlagen an Land und im Meer sowie Wasser- und Biomassekraftwerken an Standorten in Europa . Zugleich treiben wir die Entwicklung neuer Technologien voran . Dazu zählen auch solarthermische Kraftwerke . Das erste befindet sich in der kommerziellen Erprobungsphase ( siehe S. 34 ) . Wir fokussieren unsere Investitionen auf die Technologien mit den höchsten volkswirtschaftlichen Kosten-Nutzen-Potenzialen . Daher ist Photovoltaik für uns in Mitteleuropa keine Option . Insgesamt entwickelt RWE Innogy derzeit regenerative Projekte mit einer Gesamtleistung von 18.200 MW . Gegenwärtig befinden sich in Deutschland , Großbritannien , Frankreich , Italien , den Niederlanden , Polen , Portugal und Spanien Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 1.100 MW im Bau . Wind Onshore . In Deutschland , Großbritannien , den Niederlanden und Spanien verfügt RWE über eine installierte Leistung von rund 1.600 MW Windenergie auf dem Festland . Mitte 2010 haben wir unseren ersten italienischen Windpark mit 25 MW auf Sardinien in Betrieb genommen , ein weiterer 26-MW-Windpark in Süditalien folgte Ende des Jahres . In Frankreich ging ein Wind park mit 8 MW Leistung im Oktober 2010 ans Netz . Mit der Inbetriebnahme von zwei weiteren Windparks Anfang 2011 in Polen haben wir unser dortiges Windportfolio auf insgesamt rund 108 MW erweitert . Derzeit baut RWE Innogy weitere Onshore- Windparks mit einer Leistung von insgesamt 95 MW . Allerdings werden in Deutschland und den Niederlanden geeignete Standorte knapp : Hier erachten wir den Austausch bestehender durch leistungsstärkere Anlagen ( Repowering ) als Option . Größeres Ausbaupotenzial sehen wir hingegen in Polen sowie – außerhalb unserer Kernmärkte – in Italien und Frankreich . Wind Offshore . Der Großteil der europäischen Windenergie stammt heute aus Anlagen an Land , das größte Potenzial haben aber zukünftig Windparks auf hoher See . Dort stehen große Flächen zur Verfügung , die eine bessere Windausbeute bieten . Daher richtet sich auch bei RWE der Fokus auf den Ausbau der Offshore- Kapazitäten . Die technischen Herausforderungen bei Bau , Betrieb und Wartung der Windkraftanlagen , die bis zu 100 Kilometer vor der Küste und in bis zu 40 Metern Wassertiefe errichtet werden , sind allerdings erheblich . Zudem verlaufen die Kabeltrassen zum Anschluss der Windparks teilweise durch Naturschutz gebiete . Darum entwickeln wir gemeinsam mit den zuständigen Behörden Lösungen , um einen sicheren und umweltfreundlichen Betrieb unserer Anlagen zu ermöglichen . Geeignete Schiffe zur Errichtung von Windkraftanlagen auf offener See stehen zudem nur in begrenztem Umfang zur Verfügung . Um von Engpässen unabhängig zu sein , haben wir zwei Installationsschiffe in Auftrag gegeben . Diese sollen ab 2011 bereitstehen . Zur Umsetzung unserer Ausbaupläne haben wir langfristige Lieferverträge über Windenergieanlagen geschlossen und uns 250 Offshore-Turbinen mit einem Lieferumfang von insgesamt 2 Mrd. € gesichert . Mit unseren 2003 beziehungsweise 2009 in Betrieb genommenen Windparks North Hoyle ( 60 MW ) und Rhyl Flats ( 90 MW ) vor der walisischen Küste haben wir umfangreiche Erfahrungen bei der Umsetzung von Offshore-Projekten gesammelt . Großbritannien 24 CR-Handlungsfelder 24 CR-Handlungsfelder In Bau befindet sich derzeit das 504-MW-Windpark projekt Greater Gabbard vor der ostenglischen Küste , an dem RWE Innogy mit 50 % beteiligt ist . Die vollständige Inbetriebnahme ist für 2012 geplant . Größtes Einzelvorhaben von RWE ist der Windpark Gwynt y Môr vor der Küste von Nordwales . Mit der Errichtung der Fundamente für die 160 Turbinen mit einer Gesamtleistung von 576 MW soll Ende 2011 begonnen werden . Nach geplanter Fertigstellung im Jahr 2014 wird Gwynt y Môr weltweit einer der größten Offshore-Windparks sein . Zudem ist RWE Innogy mit rund 27 % am belgischen Offshore-Windpark Thornton Bank beteiligt , der bis 2013 von 30 MW auf 325 MW ausgebaut werden soll . Ein weiterer Investitionsschwerpunkt ist unser erster deutscher Offshore-Windpark Nordsee Ost mit 295 MW Gesamtleistung . Bauvorbereitende Maßnahmen laufen bereits . Die Installation der Hochspannungsseekabel durch den verantwortlichen Übertragungsnetzbetreiber vorausgesetzt , könnten ab 2012 die ersten der insgesamt 48 Windturbinen Strom in das Netz einspeisen . Die EU unterstützt die Realisierung von Nordsee Ost als ein europäisches Leuchtturmprojekt im Bereich der erneuerbaren Energien mit insgesamt 50 Mio. € . Derzeit entwickelt RWE Innogy zudem den Offshore- Windpark Innogy Nordsee 1 , mit rund 960 MW der größte geplante Offshore-Windpark vor der deutschen Küste . Im Januar 2010 hat die britische Regierung RWE Innogy im Rahmen einer Ausschreibung die Genehmigung erteilt , die Offshore-Windprojekte Atlantic Array und Dogger Bank zu entwickeln . Atlantic Array mit einer Erzeugungsleistung von bis zu 1.500 MW werden wir zunächst allein entwickeln . Dogger Bank haben wir dagegen als Teil eines Konsortiums mit dem Namen „ Forewind “ gewonnen , an Ausbau erneuerbarer Energien ( Stand 31.12.2010 ) in Gigawatt In Betrieb In Bau Genehmigung erteilt Im Genehmigungsverfahren In Planung 2,9 ( 2009 : 2,5 ) 1,1 ( 2009 : 0,4 ) 0,3 ( 2009 : 1,2 ) 8,8 ( 2009 : 8,1 ) 9,1 ( 2009 : 7,3 ) 0 2 4 6 8 10 1214161820 222426 Windkraft Land Windkraft Meer Wasserkraft Biomasse Neue Technologien Unsere Verantwortung . Bericht 2010 CR-Handlungsfelder 25 Unsere Verantwortung . Bericht 2010 CR-Handlungsfelder 25 Wasserkraft . Im Jahr 2010 stammten rund 2 % unserer Stromerzeugung aus Laufwasserkraftwerken in Deutschland , Großbritannien , Frankreich und auf der iberischen Halbinsel . Einen Großteil unserer Laufwasserkraftwerke betreiben wir seit über hundert Jahren , insbesondere an der Mosel in Deutschland . In Westund Mitteleuropa besteht nur noch begrenztes Ausbaupotenzial , hauptsächlich durch Modernisierung bestehender Anlagen sowie durch Verbesserung ihres Wirkungsgrades . Biomasse . Die europäischen Klimaschutzziele lassen sich aller Voraussicht nach nur durch einen verstärkten Einsatz von Biomasse erreichen . Konzernweit verfügt RWE einschließlich der Mitverbrennung in Kohlekraftwerken derzeit über Kapazitäten von rund 700 MW zur Stromerzeugung aus Biomasse . Die Mitverbrennung leistet einen wichtigen Beitrag zur Senkung von CO2-Emissionen , eine EU-weite Förderung existiert allerdings nicht , sodass national unterschiedliche Rahmenbedingungen bestehen . Die Niederlande , die die Mitverbrennung von Biomasse fördern , sind unser wichtigster Markt für die Verstromung von Biomasse . Essent verfügt über eine Kapazität von rund 320 MW und erzeugt 10 % des Stromaufkommens aus Biomasse – ein Großteil durch Mit verbrennung im Steinkohlenkraftwerk Amer. Dieses soll künftig durch eine Großanlage zur Pellet ierung von Holz aus nachhaltigem Anbau versorgt werden , die wir derzeit in Georgia ( USA ) errichten ( siehe S. 38 ) . In Deutschland setzen wir aufgrund der gesetzlichen Rahmenbedingungen auf kleinere Kraft-Wärme-Kopplungs anlagen , die neben der Strom erzeugung auch lokal ansässige Verbraucher mit Wärme versorgen . Im Jahr 2010 haben wir im Kreis Siegen-Wittgen stein ein Biomasse-Heizkraftwerk mit 5 MW in Betrieb genommen , das ein Holzpellet werk mit Wärme versorgt . Weitere Anlagen errichten wir bis 2012 mit den Biomassekraftwerken Stallingborough Alpha ( 65 MW ) und Markinch ( 50 MW ) in Großbritannien . Auf Sizilien planen wir ein 19-MW-Projekt . Diese kleineren Anlagen sind im Vergleich zur Mitverfeuerung in Großkraftwerken jedoch deutlich teurer . Integration erneuerbarer Energien Trotz der wetterbedingt schwankenden Einspeisung der erneuerbaren Energien muss eine nachfragegerechte Stromversorgung jederzeit garantiert sein . Unsere Maßnahmen zielen sowohl auf eine verbesserte Regelfähigkeit unserer thermischen Stromerzeugung als auch auf den Ausbau und die Weiterentwicklung von Energiespeicherung . Mit unseren neuen GuD-Kraftwerken können wir zu Spitzenlastzeiten schnell und kostengünstig Strom bereitstellen . Zudem verbessern wir die Regelfähigkeit unserer Kohlekraftwerke , um die Last noch schneller variieren zu können . Pumpspeicherkraftwerke sind eine etablierte Technik zur Speicherung von Strom durch Hochpumpen von Wasser , welches in Zeiten großer Stromnachfrage über Turbinen wieder abgelassen wird . Im Südschwarzwald ( Deutschland ) sind wir über die Schluchseewerk AG , eine 50-prozentige Beteiligung von RWE Power , an der Projektierung eines 1.400-MW-Pumpspeicherkraftwerks beteiligt . In Vianden ( Luxemburg ) schreitet die Erweiterung eines der größten europäischen Pumpspeicherkraftwerke auf 1.300 MW gut voran . Dies entspricht der Erzeugungskapazität von 260 modernen Offshore-Windkraftanlagen . Die neue Pumpturbine soll Mitte 2013 in Betrieb gehen . Im Rahmen unserer Innovationsstrategie entwickeln wir zudem neuartige Speichertypen wie Druckluftspeicher ( siehe S. 35 ) . 26 CR-Handlungsfelder 26 CR-Handlungsfelder investieren ( siehe S. 38 ) . CDM/ JI Ein Baustein zur Verbesserung unserer Emissionsbilanz ist die Nutzung von Zertifikaten für die Verminderung von Klima gasen im Rahmen der Kyoto-Mechanismen Clean Development Mechanism ( CDM ) und Joint Implementation ( JI ) . Wir entwickeln dazu in Entwicklungs- und Schwellenländern sowie in anderen Industriestaaten eigene Projekte oder kooperieren mit Projekten Dritter . Im Rahmen des EU-Emissions handels systems dürfen wir bis 2020 in Summe bis zu 100 Mio. Tonnen unseres CO2-Ausstoßes durch Einreichung von Zertifikaten aus CDM- und JI-Projekten abdecken . Die Zertifikatskosten liegen dabei meist unter den Marktpreisen für EU-Emissionsrechte ( sogenannte EU-Allowances , EUAs ) . Zum Ende des Geschäftsjahres 2010 verfolgten wir 137 Projekte und hatten Zertifikate für 68,6 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente vertraglich gesichert , unter anderem in Ägypten , China , Indien , Südkorea , Thailand und Vietnam . Unter Berücksichtigung von Projektrisiken erwarten wir aus diesem Portfolio Emissionsrechte für 41,4 Mio. Tonnen . Für 14,5 Mio. Tonnen haben wir bereits Zertifikate erhalten , 4,6 Mio. Zertifikate wurden bereits eingesetzt . Anpassung an den Klimawandel Anpassung an den Klimawandel ist für RWE vor allem eine Frage der Versorgungssicherheit . Infolge des Klimawandels ist zukünftig häufiger mit extremen Wetterereignissen zu rechnen . Starke Stürme , Überflutungen sowie lange Trockenperioden könnten die Sicherheit der Stromversorgung beeinträchtigen . RWE beteiligt sich als Praxispartner an Projekten und Initiativen , die die Auswirkungen des Klimawandels sowie lokale Mikroklimaveränderungen erforschen . Im Mittelpunkt steht die Frage , wie sich diese auf den Betrieb unserer Kraftwerke und Netze auswirken . Wichtige Aspekte sind der Schutz vor Überflutungen , die Verfügbarkeit von Kühlwasser für den Kraftwerksbetrieb , das Dargebot erneuerbarer Energien sowie der störungsfreie Betrieb von Freileitungen und Transformatorenstationen . Unsere bestehenden Stromversorgungsanlagen sind so ausgelegt , dass sie extremen Wetterereignissen standhalten können . Sollten längere Hitzeperioden für Trockenheit in unseren Kernmärkten sorgen , hätte dies Folgen für den Betrieb unserer thermischen Kraftwerke : Rund 80 % unserer Steinkohlen- und Gaskraftwerke sowie alle unsere Kernkraftwerke decken ihren Kühlwasserbedarf aus nahegelegenen Flüssen . Allerdings gibt es auch hier risikomindernde Redundanzen . Zum Beispiel verfügt das Kernkraftwerk Biblis neben der Direktkühlung aus dem Rhein auch über Ventilatorkühltürme . Unsere Braunkohlenkraftwerke wären von wetterbedingten Veränderungen der Flusspegel nicht betroffen , da sie ihr Kühlwasser überwiegend aus dem Sümpfungs wasser der Tagebaue beziehen . Im Falle von Meerwasserkühlung entwickeln wir unter Berücksichtigung des größten anzunehmenden Hochwassers einschließlich weiterer Sicherheitszuschläge Schutzkonzepte , so dass über die Anlagen kein Hoch Unsere Verantwortung . Bericht 2010 CR-Handlungsfelder 27 wasser in das Hinterland eindringen kann . Dies ist beispielsweise bei unserem im Bau befindlichen Kraftwerk Eemshaven der Fall . Wenig Erfahrung liegt bisher zur langfristigen Bewährung von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energie vor , etwa zu den Belastungen von Offshore-Windparks durch Wind und Seegang . Unsere Stromübertragungsnetze sind widerstandsfähig gegen wetterbedingte Belastungen ausgelegt . Die Konstruktion der Freileitungen weist ein hohes Maß an Sicherheitszuschlägen auf , was bei den Stürmen der vergangenen Jahre großflächige und systemgefährdende Ausfälle verhinderte . Zudem sind Kennzahlen Klimaschutz CO2-Emissionen Emissionszertifikatepflichtige CO2-Emissionen CO2-Emissionen aus biogenen Brennstoffen CO2-Emissionen Scope 11 CO2-Emissionen Scope 22 CO2-Emissionen Scope 33 Spezifische CO2-Emissionen Stromerzeugung gesamt Braunkohle Steinkohle Kernenergie Gas Erneuerbare Energien Wasser Wind Biomasse Sonstige die Systeme redundant ausgelegt , sodass stets ein Reservesystem zur Verfügung steht , das eine ausgefallene Funktion übernehmen kann . Die Verteilnetze weisen insgesamt einen hohen Anteil an Erdverkabelung auf . Dies erhöht die Widerstandsfähigkeit gegen Beschädigungen von außen , beispielsweise durch Windbruch in waldreichen Regionen . Vermehrt auftretende Hochwasser könnten eine sichere Stromversorgung gefährden , insbesondere durch Überflutung von Schaltanlagen und Transformatorenstationen . Nach den Erfahrungen im Jahr 2010 , insbesondere bei den Hochwassern in Ungarn und Polen , haben wir Planungen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes dieser Anlagen aufgenommen . 2010 2009 2008 Mio. t CO2 164,9 149,1 172,1 187,1 Mio. t CO2 2,0 2,5 2,2 0,8 Mio. t CO2 167,1 151,3 174,5 189,7 Mio. t CO2 3,1 3,5 3,8 3,6 Mio. t CO2 135,7 128,1 127,0 127,8 t CO2/ MWh 0,732 0,796 0,768 0,866 TWh 71,0 70,9 73,9 76,1 TWh 55,2 44,1 62,0 71,0 TWh 45,2 33,9 49,3 32,1 TWh 42,8 29,7 31,2 29,3 TWh 8,9 6,5 5,3 5,2 TWh 3,5 3,4 3,4 3,7 TWh 3,1 2,2 1,3 1,1 TWh 2,3 0,9 0,6 0,4 TWh 2,2 2,1 2,4 2,4 1 Scope 1 : direkte CO2-Emissionen aus eigenen Quellen ( Stromerzeugung , Öl- und Gasförderung , Gastransport ) 2 Scope 2 : indirekte CO2-Emissionen aus der Erzeugung konzernextern bezogenen Stroms , der bei der Durchleitung durchs RWE-Netz verbraucht wird ( Netzverluste ) 3 Scope 3 : indirekte CO2-Emissionen , die nicht unter Scope 1 und Scope 2 fallen : Sie stammen aus der Erzeugung konzernextern bezogenen Stroms ( inkl. Netzverlusten im Stromnetz Dritter ) , der Förderung und dem Transport der von uns eingesetzten Brennstoffe und dem Verbrauch von Gas , das wir an Kunden verkauft haben . 28 CR-Handlungsfelder 28 CR-Handlungsfelder Energieeffizienz Elektromobilität als Chance Elektrofahrzeuge stellen eine umweltfreundliche Alternative zu konventionellen Automobilen dar . Weltweit arbeiten Entwickler und Hersteller an neuen Technologien – erste Serienfahrzeuge kommen 2011 auf den Markt . Wir haben damit begonnen , die notwendige Ladeinfrastruktur aufzubauen . Diese ist entscheidend , um Kunden für Elektromobilität zu gewinnen . Um deren Alltagstauglichkeit zu testen , haben wir in Projekten in Berlin , entlang der Autobahn A40 im Ruhrgebiet sowie in Warschau bis Ende des Jahres 2010 rund 600 Ladepunkte errichtet . Die Steigerung der Energieeffizienz ist ein Schlüsselfaktor für das Erreichen der Klimaschutzziele . Mit dem Bau neuer Kraftwerke erzeugen wir Strom immer effizienter . Gleichzeitig reduzieren wir unseren eigenen Energieverbrauch und unterstützen unsere Kunden beim Energiesparen . Als Energieversorger können wir auf zwei Wegen dazu beitragen , CO2-Emissionen durch Energiesparen zu vermindern : einerseits bei der Stromerzeugung , unter anderem durch verbesserte Wirkungsgrade unserer Kraftwerke , andererseits durch Unterstützung unserer Kunden beim sparsamen Umgang mit Energie . Darauf zielen Dienstleistungen und Innovationen ab , die wir unseren Kunden anbieten . Wir setzen auf Elektromobilität als neues Geschäftsfeld und verknüpfen diese innovative Antriebstechnologie eng mit dem Einsatz erneuerbarer Energien . Zielerreichung Seit 2010 nehmen wir in großem Umfang neue Kraftwerke in Betrieb . Wir erwarten dadurch einen Anstieg der mittleren Wirkungsgrade unserer fossil befeuerten Kraftwerke um mehr als 3 Prozentpunkte bis 2013. In unserem zentral geführten Fuhrpark haben wir seit 2009 rund 40 % der PKWs gegen verbrauchsärmere Fahrzeuge ausgetauscht . Projekte zur Verbesserung der Energieeffizienz bei unseren Immobilien haben wir eingeleitet , Kundenprojekte ausgeweitet . Mess- bare Effizienzsteigerungen erwarten wir ab 2011. Wir wollen … sowohl unsere eigene Energieeffizienz als auch die unserer Kunden erhöhen . Leistungskennzahl Erhöhung der Energieeffizienz in % Zielgröße - RWE-Kraftwerke : 11 % bis 2013 - RWE-Fuhrpark : 20 % bis 2012 - RWE-Immobilien : 5 % bis 2014 - RWE-Kundenprojekte : 8 % bis 2012 Ziele im Handlungsfeld Energieeffizienz Unsere Verantwortung . Bericht 2010 CR-Handlungsfelder 29 Unsere Verantwortung . Bericht 2010 CR-Handlungsfelder 29 0 19 % Senkung des spezifischen Treibstoffverbrauchs in 5 Jahren 17 % Energieeinsparung bei Modernisierung und Sanierung von Gebäuden 8,3 % Energieeinsparung in Haushalten Steigerung der eigenen Energieeffizienz Ein großer Hebel für die Minderung unserer CO2-Emissionen liegt in einer möglichst effizienten Stromerzeugung in unseren Gas- und Kohlekraftwerken . Wir wollen aber auch unseren eigenen Energieverbrauch , insbesondere bei Immobilien , Fuhrpark und IT , senken und damit zur Verminderung der CO2-Emissionen beitragen . Effiziente Stromerzeugung . Der Wirkungsgrad modernster Anlagen liegt bei Braunkohlenkraftwerken aktuell bei mehr als 43 % , bei Steinkohlenkraftwerken bei 46 % – und damit um bis zu 13 Prozentpunkte über dem Wirkungsgrad von Altanlagen . Bei gleicher Stromerzeugung sparen moderne Kraftwerke dadurch um bis zu 30 % an CO2-Emissionen ein . Der Wirkungsgrad unserer Kohlekraftwerke liegt heute bei durchschnittlich rund 36 % . Wir erneuern daher große Teile unseres Kraftwerks parks . Die zwei in Bau befindlichen Braunkohlenblöcke in Neurath ( BoA 2&3 ) mit einer Kapazität von 2.100 MW und einem Wirkungsgrad von mehr als 43 % werden ältere 150-MW-Braunkohlenblöcke des bestehenden Kraftwerksparks ersetzen , deren Wirkungsgrad lediglich rund 30 % beträgt . Die beiden im Bau befindlichen Steinkohlenblöcke am Standort Hamm sind auf einen Wirkungsgrad von 46 % ausgelegt . Insgesamt rechnen wir durch die Inbetriebnahme neuer Anlagen für die Jahre 2011 bis 2013 mit einer Anhebung des mittleren Wirkungsgrades unseres Kraftwerksparks um mehr als 3 Prozentpunkte . Die nächste Kraftwerkstechnologie mit noch höheren Wirkungsgraden haben wir bereits in der vorkommerziellen Erprobung . Die von RWE entwickelte „ Wirbelschichttrocknung mit interner Abwärmenutzung “ ( WTA ) zur Trocknung der Braunkohle vor dem Verbrennungsprozess testen wir derzeit in einer Prototypanlage , die den 1.000-MW-Braunkohlenblock BoA 1 mit rund 25 % seines Braunkohlebedarfs versorgt . Die WTA bietet das Potenzial , den Wirkungsgrad künftiger Braunkohlenanlagen auf über 47 % zu steigern . Eigener Energieverbrauch . Der zentral verwaltete Fuhrpark von RWE in Deutschland umfasst etwa 3.000 PKWs , die mehr als 20.000 Tonnen CO2 emittieren . Durch eine Neuausrichtung unseres Fuhrparks wollen wir dessen CO2-Ausstoß bis 2012 um 20 % gegenüber 2007 reduzieren . Dazu haben wir im Dezember 2008 eine „ grüne Dienstwagenregelung “ eingeführt . Danach wählt RWE nur noch Fahrzeuge aus , die dem ADAC-Auto-Umweltsiegel „ Eco Test “ entsprechen . Bis Ende 2010 haben wir über 1.100 neue Fahrzeuge beschafft , die diese Kriterien erfüllen . In Großbritannien haben wir im September 2010 bis dahin an vielen Stellen verteilte Abteilungen des Kundenservice in dem neuen , hochenergieeffizienten Gebäude Rainton House ( Sunderland ) zusammengefasst und dafür alte , weniger effiziente Gebäude aufgegeben . Effiziente Anwendung von Energie Mit Dienstleistungen und Produkten zur Energieanwendung wollen wir die Bindung unserer Kunden an RWE verstärken und neue Marktsegmente erschließen . Gleichzeitig wollen wir einen Beitrag leisten , die Erwartungen der Politik zur Steigerung der Energieeffizienz umzusetzen . Energie in nennenswertem Umfang einzusparen erfordert einerseits eine Verhaltensänderung bei dem Verbraucher , andererseits Investitionen in entsprechende Maßnahmen . Hierfür Weitere Themen im Online-Bericht Interne Effizienzmaßnahmen – Immobilien und Green IT 30 CR-Handlungsfelder 30 CR-Handlungsfelder 150 Mio. € für Energieeffizienz . Um die Akzeptanz unserer Kunden für Dienstleistungen und Produkte zur Steigerung der Energieeffizienz zu fördern , hat RWE bereits im Jahr 2007 eine Vielzahl von Angeboten im Rahmen des 150-Mio . -€-Projekts für mehr Energieeffizienz gebündelt . Allen Kundengruppen , neben den Haushalten insbesondere kommunalen Partnern , bieten wir effizienzsteigernde Dienstleistungen und Produkte , teilweise mit deutlicher Förderung , an . Ein Schwerpunkt ist die Identifizierung von Einsparmöglichkeiten bei Gebäuden . Beim Verbraucherverhalten setzt unser Schulwettbewerb zum Thema Energieeffizienz an . An diesem beteiligten sich über 18.000 Schüler in Deutschland . Anfang 2011 wurden wir dafür von der Deutschen Energie-Agentur mit dem Label „ Good-Practice-Energieeffizienz “ ausgezeichnet . Energieberatung . Für unsere Privatkunden haben wir in Deutschland das Internetportal www . energiewelt . de aufgebaut : Nach dem Schema „ Informieren , analysieren und realisieren “ erhalten unsere Kunden individuelle Ratschläge für konkrete Energiesparmaßnahmen , eine Abschätzung zu Kosten und Nutzen sowie Ansprechpartner zur Umsetzung der Maßnahmen . In Polen setzen wir seit dem Jahr 2007 das Programm „ RWE Conscious Energy “ um . Wir informieren unsere Kunden , wie sie Energie einsparen , ohne ihren Komfort einzuschränken . Energie-Contracting . Großen Strom- und Energieverbrauchern bieten wir Contracting-Modelle für dezentrale Erzeugung von Strom und Wärme . Durch die Bündelung einer Vielzahl kleiner , dezentraler Anlagen zu einem „ virtuellen Kraftwerk “ entwickeln wir dieses Konzept weiter und erschließen unseren Kunden zusätzliche Ertragsmöglichkeiten aus dem Verkauf von Regelenergie . Smart Meter . Intelligente Stromzähler , Smart Meter , vermitteln dem Kunden zeitnahe Informationen über seinen Stromverbrauch . Wir bieten unseren Kunden , die über einen intelligenten Zähler verfügen , eine monatliche Übersicht über ihren Stromverbrauch an ; auch eine sekundengenaue Rückmeldung ist möglich . Der Kunde hat damit einen exakten Überblick über Effizienz und Nutzung seiner Geräte . In einem Pilotprojekt in Mülheim an der Ruhr ( Deutschland ) testen wir diese neue Zählergeneration . Von Juli 2008 bis Ende 2011 tauschen wir dort in über 100.000 Haushalten kostenfrei alte Zähler gegen Smart Meter aus . In Großbritannien ist der Einbau von intelligenten Zählern für Strom und Gas zukünftig gesetzlich vorgeschrieben . Ab 2012 müssen wir demnach rund 60.000 neue Zähler pro Monat installieren . Bevor wir mit der Einführung beginnen , müssen wir die nötigen Systeme bei uns implementieren und unsere Mitarbeiter im Kundendienst entsprechend schulen . Smart Home . Smart Home geht noch einen Schritt weiter . Mit einer intelligenten und komfortablen Vernetzung ist es möglich , auf alle wesentlichen Energieverbraucher eines Haushalts wie Heizkörper , Haushaltsgeräte und Beleuchtung individuell zuzugreifen und diese zu regeln , bei Bedarf auch über das Internet . Da alle Geräte über gesicherte Funkverbindungen mit der Steuereinheit verbunden sind , entfallen in der Wohnung bauliche Veränderungen , eine wesentliche Voraussetzung für die Akzeptanz durch unsere Kunden . Bei der Entwicklung von Smart Home arbeiten wir mit den Partnern Microsoft und dem Haustechnikhersteller eQ-3 zusammen . Elektromobilität . Betrieben mit Ökostrom , fahren Elektroautos nahezu CO2-frei . Sie sind leise und emittieren keine direkten Schadstoffe wie Feinstaub oder Unsere Verantwortung . Bericht 2010 CR-Handlungsfelder 31 Unsere Verantwortung . Bericht 2010 CR-Handlungsfelder 31 In unterschiedlichen Pilotprojekten sammeln wir Erfahrungen und testen gemeinsam mit Automobilherstellern den Alltagseinsatz von Elektrofahrzeugen : 2008 haben RWE und Daimler das Gemeinschaftsprojekt „ e-mobility Berlin “ gestartet . Daimler stellt dabei eine Flotte von rund 100 Elektro-Smarts , RWE ein Netz mit inzwischen rund 140 Ladepunkten zur Verfügung . Unser größtes Projekt mit 140 Elektroautos und rund 400 geplanten Ladepunkten haben wir in Nordrhein- Westfalen gestartet . Hierbei untersuchen wir die Alltagstauglichkeit der Elektromobilität im Pendlerverkehr . Insgesamt haben wir bis Ende 2010 rund 600 Ladepunkte aufgebaut , davon 530 in Deutschland . Um ein bedarfsgerechtes Netz von Ladeinfrastruktur für Elektroautos zu schaffen , arbeitet RWE unter anderem mit dem deutschen Automobilclub ADAC , dem Autovermieter Sixt sowie dem Parkhausbetreiber APCOA zusammen . Im Jahr 2010 haben wir zudem erstmals drei Tankstellenbetreiber als Infrastrukturpartner gewonnen . Neben dem Infrastrukturaufbau wurden 2010 weitere Kooperationen mit Nissan , dem chinesischen Automobilhersteller BYD und Technologiepartnern wie HARTING Technology Group geschlossen . Darüber hinaus engagiert sich RWE in allen wichtigen deutschen und internationalen Standardisierungsgremien sowie der Nationalen Plattform Elektromobilität . Ziel ist es , durch einen Einheitsstecker für Fahrzeuge und Infrastruktur , abgestimmte Datenkommunikation und einheitliche Abrechnungsprotokolle grenzüberschreitend Elektromobilität zu ermöglichen . Mittelfristig können Elektrofahrzeuge auch dazu beitragen , Schwankungen von Erzeugung und Nachfrage im Stromnetz auszugleichen . Mit einer Vielzahl von leistungsstarken Batterien können sie größere Mengen Strom vorübergehend speichern . Vor dem Hintergrund des Ausbaus der erneuerbaren Energien gewinnt diese Möglichkeit zunehmend an Bedeutung . Die schwankende Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien erfordert zusätzliche Speichermöglichkeiten . Das Smart Grid ( siehe S. 35 ) übernimmt die Koordination der vollautomatischen Speicherung und späteren Rückspeisung des Stroms . Kennzahlen Energieeffizienz 2010 20092 Energetischer Nutzungsgrad fossil befeuerter Kraftwerke1 Braunkohle % 34,6 33,0 Steinkohle % 37,0 36,1 Gas % 49,5 42,7 1 Seit 2010 erfassen wir den energetischen Nutzungsgrad ( Strom- und Wärmeerzeugung pro eingesetzte Energiemenge ) unserer Kraftwerke . 2 Ohne Wärmeabgabe 32 CR-Handlungsfelder 32 CR-Handlungsfelder Innovationen Solarenergie in Andalusien Solarstrom steht normalerweise nur tagsüber zur Verfügung . Das Solar-Kraftwerk Andasol 3 in Südspanien kann mithilfe eines Wärmespeichers mit flüssigem Salz als Speichermedium auch dann Strom erzeugen , wenn die Sonne nicht scheint . Hierdurch wird Solarenergie grundlastfähig und kann zu jeder Tages- und Nachtzeit genutzt werden . Selbst bei vollständiger Dunkelheit kann Andasol 3 bis zu 7,5 Stunden Strom im Volllastbetrieb erzeugen . Die Energieversorgung der Zukunft soll klimafreundlich , effizient und intelligent sein . Daran arbeiten wir in rund 200 Projekten gemeinsam mit Partnern entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette – von der Rohstoffgewinnung über die Energieumwandlung und -verteilung bis zur Energieanwendung . Um den Bedarf nach verlässlicher und bezahlbarer Energie zu decken und gleichzeitig das Klima zu schützen , müssen wir mit Innovationen an allen Stellschrauben einer zukunftsfähigen Energieversorgung gleichzeitig ansetzen : Strom möglichst effizient und CO2-arm erzeugen , neue Energiequellen nutzen , die Stromverteilung flexibel und intelligent gestalten , alltagstaugliche Energiespeicher entwickeln , die Mobilität elektrifizieren und insgesamt Energie effizient nutzen . Zielerreichung Zur Steuerung unserer vielfältigen Aktivitäten auf dem Gebiet der Forschung und Entwicklung ( F&E ) haben wir ein konzernübergreifendes Innovations- management aufgebaut . Alle relevanten Konzerngesellschaften sind in die konzernweit einheitlichen Prozesse wie F&E-Planung und -Berichterstattung eingebunden . Wir wollen … die Verfügbarkeit der optimalen Lösung in unseren Kernprozessen durch Innovationen sicherstellen . Leistungskennzahl Abdeckungsgrad und Kommunikation der strategisch relevanten F&E-Themen in % Zielgröße mindestens 95 % Ziele im Handlungsfeld Innovationen Unsere Verantwortung . Bericht 2010 CR-Handlungsfelder 33 Unsere Verantwortung . Bericht 2010 CR-Handlungsfelder 33 0 149 Mio. € für Forschung und Entwicklung 200 Forschungs- und Entwicklungsprojekte 360 Mitarbeiter ganz oder teilweise mit F&E-Aufgaben befasst Clean Coal Fossile Brennstoffe werden weiterhin wichtige Bausteine in der Stromversorgung bleiben . Um die Akzeptanz der Kohleverstromung sicherzustellen , müssen wir verlässliche Wege finden , die daraus resultierende Emission von CO2 zu minimieren . Unsere Aktivitäten zur Entwicklung neuer Technologien mit dem Ziel der Reduktion und Umwandlung von CO2 bündeln wir im Innovationszentrum Kohle am Kraftwerksstandort Niederaußem ( Deutschland ) . Wir kooperieren mit Partnern aus Anlagenbau , chemischer Industrie und Forschungseinrichtungen . CO2-Abscheidung und -Speicherung . Eine CO2-arme Verstromung von Kohle erfordert im ersten Schritt die Entwicklung effektiver Methoden zur Abscheidung des CO2 aus dem Rauchgas . Bei der CO2-Wäsche wird das CO2 mit einem chemischen Waschmittel aus dem Rauchgas ausgewaschen . In unserer Pilotanlage am Standort des 1.000-MW-Braunkohlenblocks BoA 1 in Niederaußem erproben wir dieses Verfahren in Kooperation mit BASF und Linde seit August 2009 in größerem Umfang . Am Steinkohlenkraftwerk Aberthaw ( Großbritannien ) wollen wir an einer 3-MW-Pilotanlage ein Verfahren zur Rauchgaswäsche mit alternativen chemischen Waschmitteln erproben . Bis 2020 wollen wir das Verfahren der CO2-Wäsche zur kommerziellen Reife führen , um bestehende Anlagen nachrüsten zu können . Für eine effektive CO2Wäsche muss auch die Vorbehandlung der Rauchgase weiter verbessert werden . Gemeinsam mit dem öster reichischen Anlagenbauer Austrian Energy & Environment GmbH testen wir seit Juli 2009 geeignete Verfahren in der REAplus-Anlage in Niederaußem . Eine hierdurch weiter verbesserte Rauchgasentschwefelung und -entstaubung ermöglicht eine direkte Rauchgaszuführung in eine nachgeschaltete CO2-Wäsche . Alle Schritte von der Abscheidung über den Transport bis zur Speicherung von CO2 erproben wir seit Oktober 2009 gemeinsam mit unseren Partnern American Electric Power ( AEP ) und Alstom im größeren Maßstab am 1.300-MW-Steinkohlenkraftwerk Mountaineer in New Haven ( West Virginia , USA ) . Das abgetrennte CO2 wird dabei in tiefliegende Erdschichten geleitet . Ähnlich wie natürliche Erdgasvorkommen kann es dort auf unbestimmte Zeit bleiben . Da es in Deutschland bis zuletzt keinen verbindlichen Rechtsrahmen für die Speicherung von CO2 gab , haben wir vorerst entsprechende Tätigkeiten mit diesem Entwicklungsziel zurückgestellt . Dies betrifft auch ein geplantes 450-MW-Braunkohlenkraftwerk mit integrierter Kohlevergasung in Hürth bei Köln . Möglichkeiten zur CO2Abtrennung und -Speicherung prüfen wir derzeit am Standort unseres im Bau befindlichen Steinkohlen- Doppelblocks im niederländischen Eemshaven . Wir können ihn um eine Demonstrationsanlage zur CO2Abscheidung ergänzen – vorausgesetzt , wir erhalten Unterstützung aus einem EU-Förderprogramm . CO2-Nutzung . Wir untersuchen auch Möglichkeiten , CO2 als Kohlenstoffquelle für chemische Zwischenprodukte und bei der Energieumwandlung nutzbar zu machen . Gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft verfolgt RWE Power dazu verschiedene Pfade der Abscheidung und Nutzung von CO2 ( Carbon Capture and Usage , CCU ) und entwickelt diese weiter . Eine Option ist die Einbindung von CO2 in Mikroalgen mit anschließender energetischer Nutzung der Algenbiomasse . Diese ist aufgrund ihres im Vergleich zu konventioneller Biomasse schnelleren Wachstums und geringeren Flächenbedarfs als Zusatz für Biogasanla 34 CR-Handlungsfelder 34 CR-Handlungsfelder wird gemeinsam mit Bayer die Nutzung von CO2 zur Kunststoffproduktion erprobt . Mit CO2RRECT ( CO2Reaction using Regenerative Energies and Catalytic Technologies ) untersuchen wir , wiederum gemeinsam mit Bayer sowie mit Siemens und Hochschulen als Partner , die Nutzung von CO2 als chemischen Energiespeicher unter Verwendung überwiegend regenerativer Energie . Zusammen mit dem Biotechnologie-Unternehmen BRAIN analysieren wir seit 2010 die Möglichkeiten , CO2 direkt aus dem Rauchgas mithilfe von Mikroorganismen in neue Biomaterialien , Biokunststoffe oder chemische Zwischenprodukte zur Herstellung von Fein- und Spezialchemikalien einzubinden . Regenerative Stromerzeugung Eine wesentliche Herausforderung beim Aufbau einer auf erneuerbaren Energien basierenden Energieversorgung ist die Erhöhung ihrer Wettbewerbsfähigkeit gegenüber konventionellen Erzeugungstechnologien . Dieses Ziel leitet unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Bereich erneuerbarer Energien . Darüber hinaus investieren wir in Unternehmen , die bestehende Technologien weiterentwickeln oder neuen Technologien zum Durchbruch verhelfen und diese zur Marktreife bringen . Investitionsschwerpunkte sind regenerative Energieerzeugungs- und Speichertechnologien in Europa . Offshore Wind . Der Aufbau von Windkraftanlagen auf dem offenen Meer ist sehr aufwendig , spezielles Know-how ist dafür zu entwickeln . Wir sind daher seit 2008 an der britischen Initiative „ Offshore Wind Accelerator “ ( OWA ) beteiligt , die zum Ziel hat , die Kosten für Strom aus Offshore-Windparks um 10 % zu reduzieren sowie die Zuverlässigkeit der Anlagen zu erhöhen . Solarthermie . RWE Innogy ist mit 12,8 % am Bau des solarthermischen 50-MW-Kraftwerks Andasol 3 ( Spanien ) beteiligt . Andasol 3 ist eines der ersten Projekte , das in dieser Größenordnung das Zusammenwirken eines Wärmespeichers mit einem solarthermischen Kraftwerk erprobt . Der Wärmespeicher ermöglicht eine kontinuierliche , von der Sonneneinstrahlung weitgehend entkoppelte Stromerzeugung . Dies ist ein wesentlicher Vorteil für die Integration solarthermischer Anlagen in die Stromversorgung . Die Errichtung der 210.000 Parabolspiegel sowie der Bau der thermischen Speicher liegen im Zeitplan . In der zweiten Jahreshälfte 2011 soll Andasol 3 in Betrieb gehen . Desertec-Initiative . Gemeinsam mit Partnern untersucht RWE im Rahmen der 2009 gegründeten Desertec Industrial Initiative ( Dii ) Konzepte , ob und wie Europa künftig mit Solar- und Windstrom aus Nordafrika und dem Nahen Osten versorgt werden kann . Dazu werden geeignete Standorte und die passenden Erzeugungstechnologien ermittelt . Darüber hinaus stehen die Konzeption der erforderlichen Infrastruktur für den Stromtransport nach Europa sowie die notwendigen politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen im Vordergrund der Arbeit . Das Desertec- Konzept geht davon aus , dass bis 2050 rund 15 % des europäischen Strombedarfs so gedeckt werden könnten . Meeresenergie . Um langfristig einen effizienten Einsatz im großtechnischen Stil zu ermöglichen , kooperieren wir zur Nutzung von Meeresenergie mit Herstellern für Meereskraftwerke . Gemeinsam mit dem Wasserkraft-Spezialisten Voith Hydro haben wir 2010 vor den Orkney-Inseln ( Großbritannien ) mit der Installation einer 1-MW-Meeresströmungsturbine begonnen . Biokohle . Durch ein als Torrefizierung bezeichnetes Umwandlungsverfahren entstehen aus Biomasse Biokohlepellets . Diese weisen eine höhere Energiedichte als herkömmliche Holzpellets auf und verbrennen gleichmäßiger . In den Niederlanden bauen wir gemeinsam mit Topell Energy die erste großtechnische Anlage zur Herstellung von Biokohlepellets . Sie hat eine Weitere Themen im Online-Bericht Mikrowindenergieanlagen – Quiet Revolution Unsere Verantwortung . Bericht 2010 CR-Handlungsfelder 35 Unsere Verantwortung . Bericht 2010 CR-Handlungsfelder 35 Intelligente Netze Die infolge des Ausbaus der erneuerbaren Energien steigende Anzahl kleiner , dezentraler Erzeugungsanlagen führt zu Änderungen der Lastbedingungen in Nieder- und Mittelspannungsnetzen . Netzstrukturen und -planungen müssen darauf vorbereitet werden . Begrenzen lässt sich der erforderliche Netzausbau durch den Umbau zu intelligenten Netzen ( Smart Grids ) , die eine effektivere Auslastung und flexiblere Nutzung ermöglichen . Großer Entwicklungsbedarf besteht dabei im Bereich der Steuer- und Regeltechniken . Als Konsortialführer im Rahmen des vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Projekts „ Zukunftsnetze/ Smart Grids “ setzt RWE Deutschland intelligente Netzkonzepte erstmals in einer Modellregion um . Dem Konsortium gehören ABB , consentec sowie die Technische Universität Dortmund an . Die Inbetriebnahme eines intelligenten Demonstrationsnetzes im Eifelkreis Bitburg-Prüm ( Deutschland ) ist im Frühjahr 2011 vorgesehen . Die Erkenntnisse aus dem Pilotbetrieb sollen als Grundlage für zukünftige Planungs- und Betriebsgrundsätze für Energienetze dienen und allen Netzbetreibern zur Verfügung stehen . Energiespeicher Die Stromerzeugung aus Wind und Sonne ist wetterabhängig und damit nicht planbar . Um jederzeit die für das Netz erforderliche Balance zwischen Erzeugung und Verbrauch von Strom zu halten , bietet sich der Ein satz von Energiespeichern an . Die Möglichkeiten zum Bau neuer Pumpspeicherkraftwerke sind in unseren Kernmärkten aufgrund der erforderlichen geologischen Voraussetzungen allerdings begrenzt . Neue Perspektiven eröffnen sich in Deutschland aus der Nutzung alter Abraumhalden im Ruhrgebiet , die wir gemeinsam mit der RAG Montan Immobilien GmbH planen . Eine vielversprechende Alternative sind Druckluftspeicher . Sie pressen zu Zeiten eines großen Stromangebots Luft mit hohem Druck in unterirdische Hohlräume . In konventionellen Anlagen beträgt der Wirkungsgrad bislang lediglich rund 55 % , da bei der Kompression der Luft Wärme entsteht . Seit Ende 2009 entwickeln wir in Kooperation mit General Electric , Züblin und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrttechnik ( DLR ) einen Druckluftspeicher mit Wärmerückgewinnung ( „ Adiabater Druckluftspeicher für die Elektrizitätsversorgung “ , kurz : „ Adele “ ) mit Wirkungsgraden von rund 70 % . Ein Salzstock in Staßfurt ( Deutschland ) ist die vorrangige Standortoption für eine Demonstrationsanlage . Eine große Herausforderung liegt in der Entwicklung geeigneter Komponenten wie Kompressor und Wärmespeicher . Mit einer Kapazität von 1.000 MWh in der ersten Ausbaustufe könnte „ Adele “ den Strom speichern , den 40 hochmoderne Windräder fünf Stunden lang produzieren . Energieanwendung Energieeffizienz durch intelligente Haustechnik ( Smart Home ) und Stromzähler ( Smart Meter ) sowie CO2-arme Mobilität ( Elektromobilität ) stehen im Fokus unserer Aktivitäten im Bereich Energieanwendung ( siehe S. 30/ 31 ) . Kennzahlen Innovationen 2010 2009 2008 2007 F&E-Aufwendungen F&E-Mitarbeiter1 Mio. € 149 360 110 350 105 330 74 270 1 Ausschließlich oder zeitweise mit F&E-Aufgaben betraut 36 CR-Handlungsfelder 36 CR-Handlungsfelder Versorgungssicherheit Ausbau des europäischen Höchstspannungsnetzes Neue Windparks und neue konventionelle Kraftwerke müssen an das europäische Verbundnetz angeschlossen werden . Damit erhöhen wir die Sicherheit der Stromversorgung . Amprion , der unabhängige Übertragungsnetzbetreiber im RWE-Konzern , bindet nicht nur unsere Kraftwerke an . In Lünen in Nordrhein-Westfalen haben Monteure in schwindelerregender Höhe im Jahr 2010 eine 5 km lange 380-kV-Leitung errichtet , um ein neues Kraftwerk eines Wettbewerbers anzubinden . Wir wollen jederzeit eine gesicherte und kostengünstige Versorgung unserer Kunden mit Strom und Gas gewährleisten . Hierfür fördern und beschaffen wir die erforderlichen Primärenergieträger , bauen und betreiben konventionelle Kraftwerke sowie Anlagen zur regenerativen Stromerzeugung und transportieren und verteilen Strom und Gas . Eine sichere Versorgung mit Energie besteht aus zwei Komponenten : Erzeugung und Bereitstellung von Strom und Gas zum einen sowie zuverlässiger Transport und Verteilung von Strom und Gas zum anderen . Ein breiter Energiemix stellt unseres Erachtens die beste Risikoabsicherung für eine gesicherte Stromerzeugung dar . In Ausbau und Modernisierung unserer Transport- und Verteilnetze investieren wir erhebliche Mittel . Die Umsetzung wird jedoch sehr oft durch langwierige Genehmigungsverfahren behindert . Zielerreichung Im Jahr 20091 konnten wir , wie schon in den Vorjahren , eine weitgehend unterbrechungsfreie Versorgung mit Strom und Gas sicherstellen . Im Transportnetz Strom gab es keine Ausfälle , im Verteilnetz betrugen sie in Deutschland 20,4 Minuten pro Kunde . Beim Gastransport lagen sie zuletzt bei durchschnittlich rund drei Minuten pro Kunde und Jahr . Wir wollen … die Systemsicherheit unserer Transportnetze jederzeit gewährleisten . … unsere Kunden jederzeit bedarfsgerecht mit Strom versorgen . Leistungskennzahl ( n-1)-Kriterium2 für Stromtransport Netzausfälle in Minuten pro Jahr und Kunde ( System Average Interruption Duration Indicator , SAIDI ) Zielgröße Einhaltung des ( n-1)-Kriteriums SAIDI < 25 Minuten ( nur Deutschland ) Ziele im Handlungsfeld Versorgungssicherheit 1 Zum Redaktionsschluss dieses Berichts lagen die Daten für das Jahr 2010 noch nicht vor . 2 ( n-1)-Kriterium : Für jeden Zeitpunkt muss für jeden Systemausfall sichergestellt werden , dass nicht ein anderes System überlastet oder die Versorgung insgesamt gefährdet wird . Unsere Verantwortung . Bericht 2010 CR-Handlungsfelder 37 Unsere Verantwortung . Bericht 2010 CR-Handlungsfelder 37 0 11.023 km Stromübertragungsnetz 406.600 km Stromverteilnetz 490 Mrd. kWh Gasbeschaffung Verfügbarkeit von Brennstoffen . RWE setzt bei der Stromerzeugung auf einen breiten Mix von Energieträgern : auf Braun- und Steinkohle , Uran , Erdgas sowie auf die Nutzung erneuerbarer Energiequellen , vor allem der Ressource Wind . Aus unserer Sicht trägt auch die Kernenergie in den nächsten Jahren wesentlich zu einer zuverlässigen und preisgünstigen Versorgung mit Strom bei . Erdgas . Die Versorgung mit Erdgas ist für die Erzeugung von Wärme in Industrie und Haushalten von besonderer Bedeutung . RWE beschafft jährlich etwa 490 Mrd. kWh Erdgas für Vertrieb und Verstromung , 81 % davon liefern wir an Endkunden weiter . 19 % werden für unsere eigene Stromerzeugung benötigt . Wir bauen unsere Förderung von Erdgas in Nordafrika sowie in der Nordsee aus und erschließen neue Fördermöglichkeiten in Zentralasien und Westafrika . In Ägypten , wo RWE Dea bereits seit mehr als 30 Jahren tätig ist , haben wir im Jahr 2010 ein Abkommen für die Entwicklung zweier neuer Erdgasfelder in Höhe von 3,6 Mrd. US $ getroffen . Dies ist die höchste Einzelinvestition in der Geschichte der RWE Dea . Das geförderte Gas wird für den heimischen Markt bestimmt sein und die ägyptische Energieversorgung sichern . Ab 2015 erwarten wir daraus für den RWE- Konzern eine Fördermenge von mehr als 3 Mrd. m³ Gas jährlich . Damit würden wir unsere eigene Förderung mehr als verdoppeln . Vor der englischen Küste entwickeln wir in der Nordsee zwei Erdgasfelder , die 2012 die Förderung aufnehmen . Mit einem Anteil von rund 45 % spielt Erdgas eine zentrale Rolle in der Stromerzeugung von Großbritannien und stellt einen wichtigen Baustein der britischen Klimaschutzpolitik dar . Mit dem Ausbau der Erdgasförderung leistet RWE einen Beitrag zur Erdgasversorgung von Großbritannien . Dank großer Erdgasressourcen gewinnt Zentralasien an Bedeutung für die Diversifizierung der Energieversorgung Europas . In Turkmenistan eröffnete RWE Dea im April 2010 ein Büro , nachdem 2009 Explorationsrechte im Südosten des Kaspischen Meers gesichert werden konnten . In Aserbaidschan unterzeichneten wir im März 2010 mit der nationalen Erdölfördergesellschaft eine Absichtserklärung zur Exploration im aserbaidschanischen Teil des Kaspischen Meeres . Vor jeder Explorations- und Fördermaßnahme ermitteln wir in ausführlichen Studien die möglichen Umweltauswirkungen . Wir leiten dann die notwendigen Maßnahmen ein , um die Umwelteinwirkungen so gering wie möglich zu halten . Uran . Uran steht weltweit ausreichend zur Verfügung und wird in rund zehn Ländern in nennenswerter Menge gefördert . Laut Bundeswirtschaftsministerium und OECD reichen die derzeit als wahrscheinlich vermuteten Reserven noch rund 200 Jahre . RWE verfügt neben Lieferverträgen über eigene Uranreserven entlang der gesamten Produktionskette , von Natururan bis zum fertigen Brennelement . Damit verfügen wir über eine hinreichende Vorsorge gegen temporäre Lieferengpässe . Kohle . Braunkohle ist unser verlässlichster Energieträger und preisgünstig verfügbar . Wir beziehen Braunkohle ausschließlich aus eigenen Tagebauen in Deutschland und Ungarn . Allein die genehmigungsrechtlich gesicherten Vorkommen in Höhe von 4,1 Mrd. Tonnen sichern den Betrieb unserer Kraftwerke für die nächsten 30 bis 40 Jahre . Die förder 38 CR-Handlungsfelder 38 CR-Handlungsfelder in % 30,7 Deutschland 13,6 Großbritannien 0,1 Sonstige 1,8 Südafrika 2,1 USA 5,1 Polen 22,3 Kolumbien 24,3 Russland würdigen Vorkommen reichen weit darüber hinaus . Steinkohle ist auf den Weltmärkten ebenfalls ausreichend verfügbar . Die Vorkommen sind über viele Lieferländer verteilt . Entsprechend vielfältig ist auch die Herkunft der Steinkohle , die wir 2010 bezogen haben . Wir beurteilen daher die Versorgung auch in den nächsten Jahren als gesichert . Biomasse . Die weltweite Nachfrage nach Biomasse steigt . Eine ausreichende Verfügbarkeit , insbesondere von nachhaltig erzeugter Biomasse , könnte in Zukunft schwieriger werden ( siehe S. 42 ) . In Deutschland setzen wir vor allem auf kleinere Biomassekraftwerke in der Nähe regionaler Bezugsquellen . So haben wir das Biomassekraftwerk Siegen-Wittgenstein in einer der holzreichsten Gegenden Deutschlands errichtet . Das Kraftwerk versorgt das angrenzende , im August 2010 in Betrieb genommene Holzpelletwerk mit Prozessdampf . In den Niederlanden wird die Mitverbrennung von Biomasse in Kohlekraftwerken staatlich gefördert . So setzt Essent im 600-MW-Kraftwerk Amer 9 bis zu 25 % Biomasse ein . Mit dem Bau eines der weltweit größten Werke zur Produktion von Holzpellets in Georgia ( USA ) hat RWE einen wichtigen Schritt zu einer gesicherten und nachhaltigen Versor gung mit Biomasse getan . Das Werk soll bis zu 750.000 Tonnen Holzpellets im Jahr liefern . Dies deckt einen erheblichen Teil des Bedarfs von Essent ab . Im August 2010 wurde mit dem Bau begonnen , die Inbetriebnahme ist für 2011 vorgesehen . Stromtransport Die 220-kV- und 380-kV-Höchstspannungsleitungen bilden das Rückgrat für den Stromtransport . Das Netz von Amprion , dem unabhängigen Betreiber des Übertragungsnetzes im RWE-Konzern , liegt mitten im europäischen Verbundnetz . Von seinem sicheren Betrieb sind nicht nur weite Teile Deutschlands , sondern auch Westeuropas abhängig . Das Übertragungsnetz muss in den nächsten Jahren massiv ausgebaut , immer mehr Windstrom aus dem Norden Deutschlands muss zu den Verbrauchszentren im Westen und Süden transportiert werden . Gleichzeitig gilt es die Verbindungen zwischen Deutschland und den Nachbarländern weiter auszubauen . Bis zum Jahr 2020 will Amprion 3 Mrd. € in den Ausbau der Übertragungsnetze investieren . Damit sollen 800 km neue Leitungen und 25 neue Umspannanlagen errichtet werden . Ein Beispiel dafür ist der Bau einer rund 130 km langen Leitung vom emsländischen Meppen ins niederrheinische Wesel . Bei diesem Pilotprojekt sollen aus Gründen des Landschaftsschutzes in Siedlungsnähe die Leitungen teilweise unterirdisch verlegt werden . Dies ist zwar mit einem erheblich höheren technischen und finanziellen Auf- wand verbunden , wir wollen dadurch aber den Einsatz und das Betriebsverhalten dieser neuen Technik im engmaschigen deutschen Übertragungsnetz erproben . Mit einer 60 km langen Verbindungsleitung in die Niederlande soll bis voraussichtlich 2015 die Übertragungskapazität zwischen beiden Ländern um 1.000 bis 2.000 MW erhöht werden . Wir leisten damit einen Beitrag zum Ausbau eines europaweiten Strommarktes . Unsere Verantwortung . Bericht 2010 CR-Handlungsfelder 39 Unsere Verantwortung . Bericht 2010 CR-Handlungsfelder 39 Die lokale und regionale Versorgung mit Strom erfolgt auf den Spannungsebenen 0,4 bis 110 kV . Störungen in den Verteilnetzen wirken sich direkt auf den Endverbraucher aus . Deutschland , wo wir Verteilnetze mit einer Länge von 347.000 km betreiben , hat innerhalb Europas in den letzten Jahren stets eine Spitzenposition bei der Verfügbarkeit der Verteilnetze eingenommen . 2009 lagen die systembedingten Stromausfälle bei 20,4 Min. pro Kunde . Europaweit liegen die Vergleichswerte doppelt bis viermal so hoch . Damit sichern wir unseren Kunden im europäischen Vergleich einen Spitzenplatz in Bezug auf Versorgungssicherheit . Zur weiteren Verbesserung der Versorgungssicherheit verlegen wir unsere Verteilnetze in waldreichen Gebieten zunehmend unterirdisch . Damit reagieren wir auf die Erfahrungen mit den schweren Stürmen der letzten Jahre . Die Auswirkungen schwerer Unwetter auf die Stromversorgung mussten wir im Jahr 2010 insbesondere in Ungarn , wo wir über Verteilnetze mit einer Länge von 44.200 km verfügen , erfahren . Die landesweiten Überschwemmungen beeinträchtigten auch die Stromversorgung , Transformatoren- und Schaltstationen fielen aus . Mit hohem Einsatz haben wir die Stromversorgung in möglichst kurzer Zeit wiederhergestellt und auch technische Hilfe für andere Netzbetreiber geleistet . Für Erneuerung , Ausbau , Instandhaltung und Betrieb des Verteilnetzes haben wir für 2009 bis 2019 konzernweit rund 25 Mrd. € eingeplant und leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit . Gastransport Die Unterbrechungen in der Gasbelieferung aus Russland im Januar 2009 haben die Verletzlichkeit der europäischen Gasversorgung aufgezeigt . NET4GAS , unser unabhängiger tschechischer Gasnetzbetreiber , hat im Jahr 2010 mit den Bauarbeiten für die 169 km lange Pipeline GAZELLE begonnen . Die Pipelineroute bindet Tschechien und die Slowakei über die Anbindungsleitung OPAL an die Ostsee-Pipeline Nord Stream an . Dadurch werden diese unabhängiger von Lieferungen , die durch die Ukraine führen . Unsere 16,7-prozentige Beteiligung an der Nabucco- Pipeline hat einen wichtigen Stellenwert in unserer Gas-Wachstumsstrategie und treibt die Diversifizierung der Gasquellen und -transportrouten voran . Nabucco soll erstmals eine direkte Erdgaslieferverbindung von den Gasvorkommen am Kaspischen Meer sowie aus dem Nahen Osten schaffen . Sobald unsere Bemühungen um Lieferzusagen der Förderländer erfolgreich sind , kann über den Bau der Pipeline entschieden werden . In der Endausbaustufe ist eine Kapazität von bis zu 31 Mrd. m³ pro Jahr geplant . Ein weiterer Baustein bei der Sicherung der Erdgasversorgung ist die Beschaffung von verflüssigtem Erdgas ( Liquefied Natural Gas , LNG ) . Wir bauen eine eigene LNG-Infrastruktur auf , um Erdgas flexibel und bedarfsorientiert in verschiedene europäische Netze einzuspeisen . Wir halten einen Anteil von 50 % am US-amerikanischen Unternehmen Excelerate Energy , das neun LNG-Tanker betreibt . Zudem sind wir am Bau mehrerer LNG-Terminals beteiligt . Kennzahlen Versorgungssicherheit 2010 2009 2008 2007 SAIDI ( nur Deutschland ) Min. / Kunde – Adidas_Geschaeftsbericht_GB_2010_selected_lang.txt adidas_leitbild_und_werte_auf_S_11.txt allianz_geschaeftsbericht_2010_zusatz.txt allianz_grundsaetze_nachhaltiger_entwicklung.txt BASF_GB2010.txt BASF_Gemeinsam_Zukunft_gestalten.txt basf_Vision_Grundwerte_Leitlinien.txt bayer_geschaeftsbericht_2010_selected.txt bayer_leitbild_2010.txt Beiersdorf_Unser_Profil.txt bmw_gb_2010_selected.txt BMW_Group_GB2010.txt commerzbank_leitbild99_d.txt commerzbank_marke.txt commerzbank_wertekanon.txt Daimler_Das_Unternehmen_2011.txt daimler_GB_2010_selected.txt Daimler_hat_das_Automobil_erfunden_ci.txt Daimler_Unternehmensinformationen_2010.txt daimler_verhaltensrichtlinien.txt Das_Unternehmen_Daimler_AG.txt deutsche_bank_leitbild_und_marke.txt Deutsche_Boerse_DBG_P_z_v_HP.txt Deutsche_Boerse_Die_Unternehmenswerte_der_Gruppe_Deutsche_Boerse.txt Deutsche_Boerse_Unsere_Mission.txt Deutsche_Post_fact_sheet_2011.txt Einzeldateien_Token_POS_Lemmata EON_Das_Unternehmen.txt EON_GB_2010_selected.txt EOn_Unsere_Werte.txt Eon_Unser_Verhalten.txt Frequenzen_Token_POS_Lemmata fresenius_medical_care_gb_2010_selected.txt fresenius_medical_care_Unsere_Vision.txt HeidelbergCement_CorpMission.txt heidelbergcement_GB2010selected.txt HeidelbergCement_Unser_Unternehmensleitbild.txt Henkel_CI.txt Henkel_GB_selected.txt Henkel_Vision_und_Werte_2011_DE.txt linde_gb_2010_selected.txt lufthansa_gb_2010_selected.txt merck_Leitbild.txt merck_Merck_Werte.txt Merck_Stabile_Einheit_Leitbild_Werte_Strategie.txt merck_Was_Merck_einzigartig_macht_der_merck_weg.txt metro_corporate_principles.txt metro_gb_2010_selected_complete.txt munichre_gb_2010_selected_complete.txt munich_re_Strategie.txt munich_re_Ueber_Munich_Re.txt RWE_Unsere_Verantwortung_Bericht_2010.txt sap_sap_investor_auf_einen_blick.txt Siemens_GB_2010_Unternehmensbericht.txt telekom_Die_Unternehmenswerte_der_Telekom.txt ThyssenKrupp_2009_2010_GB_2.txt thyssenkrupp_die_konzernmarke.txt vw_vielfalt_erfahren.txt vw_zahlen_daten_fakten_2011.txt 20,4 24,7 24,4 Förderung von Erdgas Mrd. m³ 2,79 2,92 3,33 3,22 Förderung von Erdöl Mio. m³ 2,27 2,34 2,52 2,75 Adidas_Geschaeftsbericht_GB_2010_selected_lang.txt adidas_leitbild_und_werte_auf_S_11.txt allianz_geschaeftsbericht_2010_zusatz.txt allianz_grundsaetze_nachhaltiger_entwicklung.txt BASF_GB2010.txt BASF_Gemeinsam_Zukunft_gestalten.txt basf_Vision_Grundwerte_Leitlinien.txt bayer_geschaeftsbericht_2010_selected.txt bayer_leitbild_2010.txt Beiersdorf_Unser_Profil.txt bmw_gb_2010_selected.txt BMW_Group_GB2010.txt commerzbank_leitbild99_d.txt commerzbank_marke.txt commerzbank_wertekanon.txt Daimler_Das_Unternehmen_2011.txt daimler_GB_2010_selected.txt Daimler_hat_das_Automobil_erfunden_ci.txt Daimler_Unternehmensinformationen_2010.txt daimler_verhaltensrichtlinien.txt Das_Unternehmen_Daimler_AG.txt deutsche_bank_leitbild_und_marke.txt Deutsche_Boerse_DBG_P_z_v_HP.txt Deutsche_Boerse_Die_Unternehmenswerte_der_Gruppe_Deutsche_Boerse.txt Deutsche_Boerse_Unsere_Mission.txt Deutsche_Post_fact_sheet_2011.txt Einzeldateien_Token_POS_Lemmata EON_Das_Unternehmen.txt EON_GB_2010_selected.txt EOn_Unsere_Werte.txt Eon_Unser_Verhalten.txt Frequenzen_Token_POS_Lemmata fresenius_medical_care_gb_2010_selected.txt fresenius_medical_care_Unsere_Vision.txt HeidelbergCement_CorpMission.txt heidelbergcement_GB2010selected.txt HeidelbergCement_Unser_Unternehmensleitbild.txt Henkel_CI.txt Henkel_GB_selected.txt Henkel_Vision_und_Werte_2011_DE.txt linde_gb_2010_selected.txt lufthansa_gb_2010_selected.txt merck_Leitbild.txt merck_Merck_Werte.txt Merck_Stabile_Einheit_Leitbild_Werte_Strategie.txt merck_Was_Merck_einzigartig_macht_der_merck_weg.txt metro_corporate_principles.txt metro_gb_2010_selected_complete.txt munichre_gb_2010_selected_complete.txt munich_re_Strategie.txt munich_re_Ueber_Munich_Re.txt RWE_Unsere_Verantwortung_Bericht_2010.txt sap_sap_investor_auf_einen_blick.txt Siemens_GB_2010_Unternehmensbericht.txt telekom_Die_Unternehmenswerte_der_Telekom.txt ThyssenKrupp_2009_2010_GB_2.txt thyssenkrupp_die_konzernmarke.txt vw_vielfalt_erfahren.txt vw_zahlen_daten_fakten_2011.txt SAIDI : Die Ergebnisse für 2010 liegen erst Mitte 2011 endgültig vor . 40 CR-Handlungsfelder 40 CR-Handlungsfelder Lieferkette Biomasse als Energiequelle Ein Schwerpunkt beim Ausbau erneuerbarer Energien liegt auf Biomasse . Hierbei müssen wir sicherstellen , dass die eingesetzte Biomasse aus nachhaltigen Quellen stammt . Insbesondere wollen wir vermeiden , dass die Nutzung von Biomasse in Konkurrenz zum Anbau von Nahrungsmitteln steht . Das Blockheizkraftwerk Wittgenstein im Sauerland , einer der waldreichsten Regionen Deutschlands , haben wir im August 2010 in Betrieb genommen . Es bezieht seine Biomasse vor allem aus Waldrestholz und Landschaftspflegeholz . Unsere Stakeholder hinterfragen zunehmend die Einhaltung von Menschenrechten , angemessenen Arbeitsbedingungen und Umweltschutz in den Herkunftsländern von Waren und Rohstoffen . Wir wollen sicherstellen , dass unsere Lieferkette keine Risiken für die Unternehmensreputation birgt . Die Verpflichtung von Vertragspartnern auf die Einhaltung sozialer und ökologischer Standards gilt als ein effektives Mittel , Menschenrechte , angemessene Arbeitsbedingungen und Umweltschutz weltweit zu gewährleisten . Mit der Unterzeichnung des UN Global Compact und mit unserem Verhaltenskodex haben wir uns zur Achtung der Menschen rechte und des Umweltschutzes in unserem Einflussbereich verpflichtet . Gleichzeitig müssen wir die Beschaffung von Brennstoffen , Waren und Dienstleistungen zu wirtschaftlichen Bedingungen sicherstellen . Zielerreichung Bei der Beschaffung von Standardwaren und Dienstleistungen sowie von Energierohstoffen haben wir Prozesse zur Überwachung unserer Lieferanten eingeführt . Damit erhalten wir Erkenntnisse , ob unsere Geschäftspartner die Vorgaben des Global Compact der Vereinten Nationen einhalten . Lieferanten von Dienstleistungen verpflichten wir auf die Einhaltung unserer Vorgaben zu Arbeitssicherheit und Umweltschutz . Ziele im Handlungsfeld Lieferkette Wir wollen Leistungskennzahl Zielgröße … dass zur Vermeidung von Reputations-Abdeckung des Lieferantenmanagements in 95 % des Einkaufsvolumens risiken die Einhaltung von internationalen allen Einkaufsbereichen in % Umwelt- und Sozialstandards integraler Bestandteil unserer Lieferverträge ist . Unsere Verantwortung . Bericht 2010 CR-Handlungsfelder 41 Unsere Verantwortung . Bericht 2010 CR-Handlungsfelder 41 0 9,5 Mrd. € Einkaufsvolumen Waren und Dienstleistungen 11,6 Mio. t Steinkohle zur Verstromung 2,3 Mio. t Biomasse zur Verstromung Waren und Dienstleistungen RWE beschafft jährlich Waren und Dienstleistungen im Wert von rund 9,5 Mrd. € . Der zentrale Einkauf erfolgt über die RWE Service GmbH und umfasst ein Volumen von etwa 3,3 Mrd. € . Der übrige Einkauf erfolgt dezentral über die Konzerngesellschaften . Die für alle Konzerngesellschaften verbindliche Richtlinie Einkauf fordert die Einhaltung der Compliance-Regeln und -Prinzipien von RWE sowie des RWE-Verhaltens kodex einschließlich der Anforderungen des UN Global Compact . RWE Service hat die Vorgaben der Konzernrichtlinie in ihrem Einkaufshandbuch konkretisiert . Dort finden sich detaillierte Vorgaben zur Berücksichtigung von Arbeitssicherheit und Umweltschutz bei Beschaffungsvorgängen sowie zur Bedeutung des UN Global Compact . In den allgemeinen Einkaufs- und Zahlungsbedingungen sind die Anforderungen an unsere Lieferanten festgeschrieben . In Großbritannien überprüft unsere Tochter RWE npower alle Einkäufe mit einem Volumen von mehr als 300.000 £ darauf , ob sie Risiken beinhalten , die sich aus Verstößen gegen Corporate-Responsibility- Grundsätze ergeben . Sollten bei Beschaffungen mit geringerem Wert CR-Aspekte eine besondere Bedeutung haben , werden auch diese Bestellungen einer Prüfung unterzogen . Nur geringen Handlungsbedarf hinsichtlich der Umsetzung der UN-Global-Compact-Prinzipien sehen wir bei Lieferungen und Leistungen , die wir aus Europa beziehen . Diese machen den Großteil unserer Beschaffung aus . Im Rahmen unserer Aktivitäten im Bereich Energieeffizienz bieten wir unseren Kunden zunehmend auch elektronische Geräte wie Smart Meter an . Die Geräte werden überwiegend in Ost- und Südostasien gefertigt . Für RWE ergeben sich damit neue Herausforderungen . Wir erproben gegenwärtig , welche Mechanismen wir zur Überwachung der Produktionsbedingungen einsetzen können . Dazu zählt auch die Möglichkeit , innerhalb der Branche oder mit Verbänden beziehungsweise mit anerkannten Organisationen zu kooperieren . Brennstoffe Das Risiko von Verstößen gegen ökologische und soziale Mindeststandards schätzen wir bei der Beschaffung von Brennstoffen im Vergleich zum Einkauf von Standardprodukten , Katalogwaren und Dienstleistungen als deutlich höher ein . Große Teile unserer Brennstoffe beziehen wir auf dem internationalen Rohstoffmarkt über Zwischenhändler . Dies macht eine sorgfältige Risikobewertung unserer Geschäftspartner umso wichtiger . Kohle . Die Verstromung von Steinkohle wird auch in den nächsten Jahren ein unverzichtbares Element unserer Erzeugungsstrategie sein . Während die von uns eingesetzte Braunkohle zu 100 % aus RWE-eigenen Tagebauen in Deutschland und Ungarn stammt , müssen wir 70 % der eingesetzten Steinkohle importieren . Die Frage , unter welchen Bedingungen sie in den Herkunftsländern gefördert wird , hat im Berichtsjahr an Bedeutung gewonnen . Insbesondere Importe aus Kolumbien , die rund 22 % unserer Steinkohlebezüge im Jahr 2010 ausmachten , wurden dabei wiederholt kritisch hinterfragt . Allerdings konnten unsere eigene Bewertung und weitere Untersuchungen die Vorwürfe nicht konkretisieren . Wir werden die Situation weiter beobachten und mit den Lieferanten im Dialog bleiben . Auch in den Niederlanden wird die Frage nach Umwelt- und Menschenrechtsstandards in 42 CR-Handlungsfelder 42 CR-Handlungsfelder Darüber hinaus verschaffen wir uns auch Einblick in die Produktionsbedingungen vor Ort . Mitarbeiter der RWE Supply & Trading besuchen regelmäßig Kohleminen und verschaffen sich so ein Bild von den lokalen Verhältnissen . Wir wollen unseren Einfluss auf die Förderpraktiken der Minengesellschaften erhöhen . Gemeinsam mit anderen großen europäischen Energieversorgern haben wir Gespräche aufgenommen , um Ansätze für eine sichere Einhaltung von Umweltund Sozialstandards in der Kohlelieferkette zu finden . Kernbrennstoff . Die Fertigung und Bereitstellung der Brennelemente für unsere Kernkraftwerke erfolgt in mehreren Schritten . Das geförderte Uranerz wird zunächst aufbereitet , dann in Uranhexaflorid ( UF6 ) umgewandelt , in Anreicherungsanlagen auf etwa 4 % spaltfähiges Material angereichert und anschließend zu Brennelementen verarbeitet . In der Öffentlichkeit wurden dabei immer wieder die Arbeitsbedingungen und Umweltauswirkungen in einzelnen Minen kritisch diskutiert . RWE unterhält keine direkten Lieferbeziehungen zu einzelnen Minen . Um von den Liefermög lichkeiten einzelner Minen unabhängig zu sein , beschaffen wir das aufbereitete Uran für die Kernbrennstoffherstellung bei international anerkannten und weltweit tätigen Gesellschaften . Diese verfügen in der Regel über ein umfangreiches Nachhaltigkeitsmanagement . Weiterhin unterzeichnet auch EURATOM alle Beschaffungsverträge , da das rechtliche Eigentum an allen Kernbrennstoffen an EURATOM übergeht . Wir als Betreiber der Kernkraftwerke besitzen nur das wirtschaftliche Nutzungs- und Verbrauchsrecht . So ist zusätzlich sichergestellt , dass der Erwerb des Urans unter streng kontrollierten und von den Regierungen der europäischen Staaten akzeptierten Maßstäben erfolgt . Biomasse . Die Verstromung von Biomasse kann einen erheblichen Beitrag zu einer klimaneutralen Stromerzeugung leisten . Nachhaltig ist die Verstromung von Biomasse aber nur , wenn ihr Anbau umweltverträglich erfolgt , keine schützenswerten Biosphären zerstört und keine Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion darstellt . Der Umfang , in dem wir Biomasse zur Stromerzeugung einsetzen , hängt von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab , insbesondere von der jeweiligen nationalen Förderung . In Deutschland setzen wir hauptsächlich Rest- und Sturmholz ein – in der Regel in kleinen , dezentralen Kraftwerken . Entsprechende Vorgaben stellen sicher , dass nur nachhaltig erzeugte Biomasse verstromt wird . Auch in Ungarn setzen wir entsprechend den staatlichen Regelungen im Braunkohlenkraftwerk Mátra ausschließlich heimische Biomasse zur Mitverbrennung ein . Bedingt durch die staatliche Förderung nutzen wir Biomasse derzeit besonders umfangreich in den Niederlanden . Im Jahr 2010 setzten wir in unseren Kohlekraftwerken insgesamt 826.085 Tonnen zur Mitverbrennung ein . Dadurch konnte eine Belastung der Atmosphäre von nahezu 1,4 Mio. Tonnen CO2 vermieden werden . Im Jahr 2010 stammten 13 % der Unsere Verantwortung . Bericht 2010 CR-Handlungsfelder 43 Unsere Verantwortung . Bericht 2010 CR-Handlungsfelder 43 In Großbritannien setzte RWE npower im Jahr 2010 Biomasse nur in geringem Umfang ein ( rund 92.500 Tonnen ) . Dort steht der Ausbau der Windenergie im Fokus . Vor dem Einsatz prüft ein Team aus CR-Experten , ob die Biomasse aus nachhaltiger Erzeugung stammt , und gibt entsprechende Empfehlungen für die Beschaffung . Unabhängig von nationalen Regelungen halten wir konzernweite Prinzipien für die Beschaffung von Biomassen für notwendig . Kennzahlen Lieferkette Brennstoffe zur Verstromung Steinkohle Braunkohle Erdgas Biomasse Kernbrennstoff Erdgas für Vertrieb Mio. t Mio. t Mrd. m³ Mio. t t Mrd. m³ Im Jahr 2010 hat eine Arbeitsgruppe unter Leitung der RWE AG einen entsprechenden Entwurf für konzernweite Leitlinien erarbeitet . Erdgas . Bei Erdgas sind unsere Einflussmöglichkeiten auf die Förder- und die Transportbedingungen besonders eingeschränkt , da wir es fast ausschließlich über große Lieferanten beziehen , die ihrerseits an die Lieferverträge mit den Fördergesellschaften gebunden sind . Einfluss haben wir nur dort , wo wir selbst fördern und transportieren . Außerhalb von Europa fördern wir zurzeit nur in Ägypten , wo wir zu 50 % an der Fördergesellschaft SUCO beteiligt sind . Als Nachweis einer verantwortungsvollen Unternehmensführung ist diese Gesellschaft sowohl nach dem internationalen Standard ISO 14001 für Umweltmanagementsysteme als auch nach den Normen ISO 9001 und OHSAS 18001 für Qualitäts- sowie Arbeitssicherheitsmanagement zertifiziert . 2010 2009 2008 11,5 9,6 12,1 12,9 90,5 92,3 95,4 100,1 8,9 6,1 6,8 6,6 2,3 1,6 1,1 0,9 109,1 74,0 119,1 74,0 39,6 33,2 32,8 33,5 44 CR-Handlungsfelder 44 CR-Handlungsfelder Preisgestaltung und Markt Kundenberatung in Polen Persönlicher Kundenkontakt genießt bei RWE einen hohen Stellenwert . Für seine rund 900.000 Kunden im Großraum Warschau eröffnete RWE Polska im August 2010 ein hochmodernes Kundencenter . Bis zu 10.000 Kunden können sich dort pro Monat persönlich beraten lassen . Unsere Kunden können uns aber auch online oder über eine 2007 eingerichtete 24Stunden- Hotline erreichen . Für ihre hohe Beratungsqualität erhielt RWE Polska im September 2010 das Zertifikat für Kundenfreundlichkeit der Stiftung Fundacja Obserwatorium Zarza
